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Australien
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Vorlage:Infobox Staat/Wartung/NAME-DEUTSCH
Australien (amtlicher deutscher Name; englisch Commonwealth of Australia, deutsch veraltet Australischer Bund) ist ein Staat auf der SĂźdhalbkugel der Erde, der das Festland des australischen Kontinents, die ihm sĂźdlich vorgelagerte Insel Tasmanien, die subantarktische Macquarieinsel mit ihren Nebeninseln und als AuĂengebiete die pazifische Norfolkinsel, die Kokosinseln, die Weihnachtsinsel, die Ashmore- und Cartierinseln sowie Heard und die McDonaldinseln im Indischen Ozean umfasst. Seit 1933 erhebt das Land auch AnsprĂźche auf das Australische Antarktis-Territorium. Mit dem Antarktis-Vertrag wurde die Geltendmachung fĂźr unbestimmte Zeit aufgeschoben. Die Nachbarstaaten Australiens sind Neuseeland im SĂźdosten sowie Indonesien, Osttimor und Papua-Neuguinea im Norden.
Australien hat knapp Ăźber 27,2 Millionen Einwohner und ist dĂźnn besiedelt. Australiens ursprĂźngliche BevĂślkerung, die Aborigines, wurden im Zuge des Siedlerkolonialismus ab 1788 systematisch verdrängt. Mit einer Fläche von mehr als 7,6 Millionen km² nimmt es unter den Staaten der Erde den sechsten Platz ein. Die Hauptstadt ist Canberra, die grĂśĂte Stadt ist die Metropole Sydney. Weitere Ballungsräume sind Melbourne, Brisbane, Perth, Adelaide und Gold Coast.
Australien ist gemessen an seinem Pro-Kopf- und GesamtvermÜgen eines der wohlhabendsten Länder der Welt und belegte 2023 von 193 Staaten den siebten Platz des Index der menschlichen Entwicklung. Das Land verfßgt ßber eine hochmoderne Service- und DienstleistungsÜkonomie und ßber bedeutende Rohstoffvorkommen. Seine Kultur und Wirtschaftskraft machen es zu einem attraktiven Ziel fßr Migranten, allerdings legt die Migrations- und Asylpolitik Australiens strenge gesetzliche Kriterien fßr die Einwanderung an.
Contents
⢠Landesname
⢠Geografie
⢠Schutzgebiete
⢠Klima
⢠Flora und Fauna
⢠BevÜlkerung
⢠Demografie
⢠Indigene
⢠Religion
⢠Bildungssystem
⢠Geschichte
⢠Politik
⢠Nationalfarben
⢠Nationalhymne
⢠Bundesverfassung
⢠Regierung
⢠Staatsoberhaupt
⢠Wirtschaft
⢠AuĂenhandel
⢠Bodenschätze
⢠Tourismus
⢠Staatshaushalt
⢠Infrastruktur
⢠Flugverkehr
⢠StraĂenverkehr
⢠Schienenverkehr
⢠Kultur
⢠Feiertage
⢠Kunst
⢠Literatur
⢠Film
⢠Musik
⢠Tanz und Theater
⢠Museen
⢠Medien
⢠Sport
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Filme
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Landesname
Die Bezeichnung âAustralienâ ist etymologisch vom lateinischen Begriff terra australis abgeleitet, was âsĂźdliches Landâ bedeutet. Schon in der Antike wurde angenommen, dass es einen sĂźdlich gelegenen Kontinent gibt, der terra australis incognita genannt wurde. Die Verbreitung des Namens Australien geht auf den Entdeckungsreisenden Matthew Flinders (1774â1814) zurĂźck, der den Namen Australia nach seiner Umrundung des Kontinents von 1801 bis 1803 in seine händisch angefertigte Karte eintrug und sie in einem Buch Ăźber seine Reise im Jahr 1814 publizierte.cite-ref-6[6] Am Ende der 1820er Jahre hatte sich der Name Australia allgemein durchgesetzt.cite-ref-slsa-7-0[7]
Eine andere Version schildert Australien als âzu Ehren des spanischen Hauses Ăsterreichâ so benannt in der Geschichte des Domus Austria, des damaligen Weltreiches des Habsburger, die Maximilian III. bei Franz Guillimann in Auftrag gab.cite-ref-8[8]
Heutzutage wird die Bezeichnung âAustralienâ mehrdeutig verwendet. Geografisch versteht man darunter die zentrale Landmasse des Kontinents abzĂźglich der der SĂźdostspitze des Kontinents vorgelagerten Insel Tasmanien. Politisch dient die englische Bezeichnung âAustraliaâ als Kurzform der offiziellen Staatsbezeichnung âCommonwealth of Australiaâ,cite-ref-cia-9-0[9] die die Insel Tasmanien als Bundesstaat sowie die australischen AuĂengebiete einschlieĂt.
Umgangssprachlich bezeichnet man das Land auch als Oz, was sich von der Kurzform des Wortes âAustraliaâ in der englischen Aussprache herleitet. Die Sammelbezeichnung Down Under fasst die Länder Australien, Neuseeland und deren umliegende Inseln zusammen.
Geografie
â
Hauptartikel
:
Geographie Australiens
,
Geologie Australiens
und
Australien (Kontinent)
Die Fläche des australischen Kontinents umfasst nahezu 7,7 Millionen Quadratkilometer.cite-ref-10[10] Davon sind circa 59.000 km² Wasserfläche.cite-ref-cia-9-1[9] Es handelt sich damit um den flächenmäĂig sechstgrĂśĂten Staat der Erde.cite-ref-11[11] Die KĂźstenlinie ist nach offizieller Vermessung 25.760 km lang. Den tiefsten Punkt des australischen Kontinents bildet der im Bundesstaat South Australia gelegene Salzsee Lake Eyre, der 17 m unter dem Meeresspiegel liegt. Der hĂśchste Punkt der Hauptlandmasse ist der Mount Kosciuszko mit 2228 m,cite-ref-cia-9-2[9] der hĂśchste Berg des ganzen australischen Hoheitsgebiets ist mit 2745 m der auf der unbewohnten Insel Heard gelegene Big Ben. Das australische Kerngebiet ist in drei Zeitzonen aufgeteilt. Die australischen AuĂengebiete liegen teilweise in anderen Zeitzonen.
Siehe auch
:
Zeitzonen in Australien
Australiens Nord-Sßd-Ausdehnung von der Kap-York-Halbinsel bis zum Sßdostkap auf Tasmanien beträgt ungefähr 3860 km.cite-ref-geoscience-au-extremities-2016-12-0[12] Die Ost-West-Ausdehnung beläuft sich auf circa 4000 km.cite-ref-geoscience-au-extremities-2016-12-1[12]
GroĂlandschaften
Es lassen sich geographisch drei GroĂlandschaften unterscheiden: die Ăśstliche, die mittlere und die westliche GroĂlandschaft.
Die westliche GroĂlandschaft, das Tafelland des westaustralischen Plateaus, nimmt etwa 60 % der australischen Landmasse ein. Hier liegen die groĂen Trockengebiete der GroĂen SandwĂźste, der Kleinen SandwĂźste, der GibsonwĂźste, der GroĂen VictoriawĂźste und der Nullarbor-WĂźste. Kleinere Gebirge wie die MacDonnell Ranges und Inselberge wie der Uluru sind in groĂer Anzahl vorhanden.
Ăstlich schlieĂt sich die mittlere GroĂlandschaft, das Sedimentbecken der Mittelaustralischen Senke beziehungsweise das zentrale Tiefland, an. Hier befindet sich mit der SimpsonwĂźste sowohl die trockenste Region des Landes als auch das grĂśĂte Fluss-System, das Murray-Darling-Becken. In der mittleren GroĂlandschaft befinden sich sowohl periodisch austrocknende SĂźĂwasserseen als auch Salzseen.
Die Mehrheit der australischen BevĂślkerung lebt in der Ăśstlichen GroĂlandschaft; die westliche und die mittlere GroĂlandschaft sind Ăźberwiegend unbewohnbar. Die Ăśstliche GroĂlandschaft umfasst die Ăbergänge vom Gebirge bis hinunter zur KĂźstenlandschaft. Dabei sind der KĂźste des Bundesstaates Queensland Korallenriffe vorgelagert, die in ihrer Gesamtheit das Great Barrier Reef bilden. Das diesen Teil des Landes prägende Gebirge ist der HĂśhenzug der Great Dividing Range, die sich von Norden nach SĂźden Ăźber 3200 km erstreckt. Tasmanien wird geologisch als Fortsetzung der Gebirgskette der Great Dividing Range angesehen. Zur Great Dividing Range gehĂśrenden die Snowy Mountains mit dem Mount Kosciuszko. Zwischen dem Gebirge und dem KĂźstenstreifen liegt die Ăkozone von Wäldern gemäĂigten Klimas.
Die groĂen WĂźsten- und HalbwĂźstengebiete Australiens gehĂśren komplett zum Outback. Damit werden die weitgehend unbesiedelten Wildnisregionen bezeichnet, die Ăźber 70 Prozent der gesamten Fläche ausmachen.cite-ref-13[13]
Siehe auch
:
Liste der FlĂźsse in Australien
und
Liste der Seen in Australien
Schutzgebiete
Anfang Juni 2022 gab es in Australien Ăźber 11.000 geschĂźtzte Landgebiete mit zusammen Ăźber 1,8 Millionen km² Fläche, darunter zwĂślf Weltnaturerbe-Gebiete, 755 Nationalparks (insgesamt rund 353.000 km²) und 91 Indigenous Protected Areas (insgesamt rund 747.600 km² auf dem Land der Aborigines und von ihnen gemanagt).cite-ref-unep-14-0[14] 1997 waren es im Vergleich 5645 Gebiete mit 0,6 Millionen km².cite-ref-15[15] Es gibt mit fast 50 Typen sehr viele verschiedene Arten von Nationalparks und Schutzgebieten: Der stärkste Schutz vor Eingriffen besteht in den beiden internationalen IUCN Schutzgebietskategorien 1a und 1b (Strict Nature Reserve/Wilderness Area), von denen es in Australien Ăźber 2.500 gibt (die grĂśĂten liegen fast ausnahmslos im Outback).cite-ref-unep-14-1[14]
Klima
â
Hauptartikel
:
Klima in Australien
Durch die globale Erwärmung ist die Wahrscheinlichkeit von Waldbränden und Buschfeuern in Australien gestiegen.cite-ref-ipcc2019-16-0[16] Der Klimabericht des Australischen Wetterdiensts und der Forschungsorganisation CSIRO belegt dies.cite-ref-bom2018-17-0[17] Bereits unterhalb von einem Grad Erwärmung dehnt sich âmit hoher Konfidenzâ die Waldbrandsaison aus.cite-ref-ipcc2019-16-1[16] Im Jahr 2019 gab es in Australien Brände auf rund vier Millionen Hektar Fläche.cite-ref-18[18] Dies entspricht der Fläche der Schweiz.
Die Folgen des Klimawandels fĂźr Australien sind dramatisch. Es gibt immer mehr Rekordhitze und -dĂźrre. GroĂe Flusssysteme, die fĂźr die SĂźĂwasserversorgung kritisch sind (wie das Murray-Darling-Becken), brechen zusammen. Dem gegenĂźber gibt es mehr katastrophale Ăberschwemmungen. Klimawissenschaftler Michael E. Mann kritisierte Premierminister Scott Morrison dafĂźr, dass es trotz Akzeptanz des Problems keinen Willen in der australischen Regierung gebe, etwas anderes zu tun, als Anpassung und Widerstandsfähigkeit zu fĂśrdern.cite-ref-19[19]
Flora und Fauna
â
Hauptartikel
:
Flora und Vegetation Australiens
und
Fauna Australiens
Städte und Siedlungen
Im Jahr 2023 lebten 87 Prozent der Einwohner Australiens in Städten.cite-ref-bevstadt-20-0[20] Die Hauptstadt Canberra, zwischen Sydney und Melbourne gelegen, ist eine Stadt vom ReiĂbrett, eine Planhauptstadt. Sie entstand als Kompromiss, weil sich Sydney und Melbourne nicht darauf einigen konnten, welche der beiden Städte Hauptstadt des Commonwealth of Australia werden sollte. Die bevĂślkerungsreichsten Städte sind die KĂźstenstädte Melbourne (5,1 Millionen Einwohner), Sydney (5,0 Millionen Einwohner), Brisbane (2,6 Millionen Einwohner), Perth (2,3 Millionen Einwohner) und Adelaide (1,4 Millionen Einwohner); die landeinwärts gelegene Hauptstadt Canberra (503.400 Einwohner) liegt nach Gold Coast und Newcastle nur auf Platz 8.cite-ref-21[21]
Siehe auch
:
Liste der Städte in Australien
BevĂślkerung
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich im Englischen zur Bezeichnung der Australier der umgangssprachliche Begriff âAussieâ sowie dessen alternative Schreibweise âOzzieâ etabliert.cite-ref-22[22]
Demografie
â
Hauptartikel
:
Demografie Australiens
Im Jahr 2021 lebten in Australien 25,8 Millionen Menschen.cite-ref-abs-gov-au-3-2[3] Die Zusammensetzung der australischen BevĂślkerung spiegelt die Einwanderungsmuster des Landes wider. 2,4 % der BevĂślkerung bezeichnen sich als zumindest teilweise indigener Abstammung, rund 92 % der BevĂślkerung sind europäischer und 7 % asiatischer Abstammung. Rund 85 % der Australier mit europäischen Vorfahren sind britischer beziehungsweise irischer Abstammung. Weitere europäische Herkunftsländer bilden Italien (916.121), Deutschland (898.674), Griechenland (378.270), Polen (170.354), Kroatien (126.270), Nordmazedonien (93.570) und Serbien (69.544).cite-ref-23[23] Ăber 1,3 Millionen Australier haben mindestens einen deutschen Vorfahren. Die asiatischen Einwanderer stammen vorwiegend aus China, Indien, Vietnam, Pakistan und Sri Lanka. 79 % der BevĂślkerung sprechen Englisch beziehungsweise australisches Englisch, was es zur am meisten gesprochenen Sprache macht. Je rund 2 % der BevĂślkerung sprechen entweder Italienisch oder eine der chinesischen Sprachen.
Seitdem in den 1960er Jahren die âweiĂeâ Einwanderungspolitik Australiens allmählich aufgehoben wurde, verstärkt sich vor allem die Immigration aus den asiatischen Ländern. In den 1990er Jahren wuchs die BevĂślkerung durch Einwanderung um 1,4 % jährlich. Mehr als ein Viertel der BevĂślkerung ist nicht im Land geboren. Die Anzahl der Geburten pro Frau lag 2022 statistisch bei 1,6, die der Region Ostasien und Ozeanien betrug 1,5.cite-ref-24[24] Die Lebenserwartung der Einwohner Australiens ab der Geburt lag 2022 bei 83,2 Jahrencite-ref-leberw-25-0[25] (Frauen: 85,3cite-ref-26[26], Männer: 81,2cite-ref-27[27]). Bei Aborigines lag sie um 20 Jahre niedriger (WHO, 1999). Die Kindersterblichkeit liegt bei 4,7 pro 1000 Geburten. Der Median des Alters der BevĂślkerung lag im Jahr 2021 bei 37 Jahren.cite-ref-28[28]
Australien ist sehr stark urbanisiert. Im Jahr 2023 lebten 87 Prozent der Einwohner Australiens in Städten.cite-ref-bevstadt-20-1[20] vor allem in den groĂen Zentren an der SĂźdostkĂźste, auf Tasmanien und im GroĂraum Perth. Das Zentrum des Landes ist nahezu menschenleer.
Siehe auch
:
Deutsche in Australien
und
Ăsterreicher in Australien
Indigene
â
Hauptartikel
:
Demografie Australiens
und
Aborigines
Die indigene BevĂślkerung des australischen Kontinents setzt sich aus den Aborigines des Festlands und den Torres-Strait-Insulanern zusammen, die auf den Inseln der Torres-StraĂe zwischen Queensland und Papua-Neuguinea leben. Vor der Ankunft der Europäer betrug ihre Zahl Schätzungen zufolge zwischen 300.000cite-ref-29[29] und 750.000 Menschen.cite-ref-30[30] Diese stellten jedoch kein einheitliches Volk dar, sondern gehĂśrten einer Vielzahl verschiedener Gruppen an, die jeweils zwischen 100 und 1500 Menschen umfassten und sich kulturell voneinander unterschieden.cite-ref-albrecht-hagemann-1594-31-0[31] Eines der kulturellen Unterscheidungsmerkmale bildete die Sprache. Zu Beginn der Besiedlung durch die Briten im Jahr 1788 wurden von den Ureinwohnern 500 bis 600 unterschiedliche Sprachen und Dialekte benutzt,cite-ref-albrecht-hagemann-1594-31-1[31] die den Australischen Sprachen und dem Melanesischen zuzuordnen sind.
Die britische Krone deklarierte Australien als âTerra Nulliusâ (Niemandsland), also unbewohntes Land, als sie das Land fĂźr sich in Anspruch nahm, und initiierte Siedlerkolonialismus.cite-ref-22-32-0[32] Damit wurden den Aborigines jegliche Rechte auf ihr Land abgesprochen. Erst 1965 erhielten die Aborigines das Wahlrecht auf nationaler Ebene. Mit der Errichtung einer Zelt-Botschaft vor dem Old Parliament House in Canberra 1972 sollte der Dialog zwischen indigener BevĂślkerung und Regierung gefĂśrdert werden. Allerdings wurde erst 1992 mit dem Mabo-Urteil die Bezeichnung Australiens als Niemandsland revidiert, wodurch es fĂźr Aborigines und Torres-Strait-Insulaner mĂśglich wurde, unter bestimmten Voraussetzungen AnsprĂźche auf Land zu erheben. Trotz dieser Verbesserungen im Status unterscheidet sich die indigene BevĂślkerung Australiens auch heute noch vom Rest der BevĂślkerung, vor allem in der Gesundheits-, Kriminalitäts- und Arbeitslosenstatistik.
Zwischen 1900 und 1972 wurden in einem staatlichen Programm etwa 35.000 Aborigine-Kinder unter Zwang aus ihren Familien entfernt, in staatliche Institutionen verbracht oder in weiĂe Familien adoptiert; man spricht von den sogenannten âGestohlenen Generationenâ. UrsprĂźnglich als Programm zum Wohle des Kindes geplant, gilt dieser Akt heute als versuchter Ethnozid und eklatanter VerstoĂ gegen die Menschenrechte. Mit der wachsenden Aufmerksamkeit fĂźr an den Aborigines verĂźbtes Unrecht in der australischen BevĂślkerung während des Mabo-Prozesses kam es 1995 zu offiziellen Untersuchungen zu den Kindesverschleppungen. Am 26. Mai 1997 wurden die Ergebnisse dieser Untersuchung in dem Report âBringing Them Home â Report of the National Inquiry into the Separation of Aboriginal and Torres Strait Islander Children from Their Familiesâ verĂśffentlicht. Zum Jahrestag dieser VerĂśffentlichung wird seitdem der National Sorry Day begangen, zu dem landesweit VersĂśhnungsveranstaltungen stattfinden.
Heute bezeichnen sich 649.171 Australier selbst als indigenen Ursprungs (Stand 2016)cite-ref-33[33], also rund 2,8 % der BevĂślkerung. 29 % von ihnen leben in New South Wales, 27 % in Queensland, 14 % in Western Australia und 13 % im Northern Territory. Im letztgenannten Territorium stellen sie 25 % der GesamtbevĂślkerungcite-ref-34[34], South Australia und Victoria haben nur geringe Anteile indigener BevĂślkerung. Die meisten Aborigines haben ihre traditionelle Lebensweise zum grĂśĂten Teil aufgegeben, das heiĂt, sie leben heute nicht mehr in der ursprĂźnglichen Stammesform, wie sie seit Tausenden von Jahren existiert. Mehr als 70 % der Aborigines haben sich den Ăźbrigen Menschen angepasst und leben heute meistens in Städten.
Religion
Die Mehrheit der Australier gehÜrt christlichen Religionsgemeinschaften an (Quelle: Volkszählung 2016cite-ref-abs-36-0[36]). Dabei bezeichneten sich 22,6 % als rÜmisch-katholisch, 13,3 % als Anglikaner und weitere 16,3 % als Mitglieder anderer christlicher Kirchen. Zum Buddhismus bekennen sich 2,4 %, zum Islam 2,6 % zum Hinduismus 1,9 %. Als konfessionslos betrachten sich 30,1 % der Australier. Von 9,6 % der BevÜlkerung wurde die Frage nach der ReligionszugehÜrigkeit nicht beantwortet.
Bildungssystem
Administration und Finanzierung des australischen Bildungssystems werden gemeinsam vom Australischen Bund und den einzelnen Bundesstaaten beziehungsweise Territorien geregelt. Zwischen den Bundesstaaten respektive Territorien gibt es dabei nur geringe Unterschiede.
Schulbildung
Im Alter von sechs Jahren besuchen australische Kinder im preparatory year fßr ein Jahr die Vorschule. Danach folgt der Besuch der sechs bis sieben Jahre währenden Grundschule, primary school genannt. Die weiterfßhrenden Schulen, die secondary schools, fßhren nach weiteren fßnf bis sechs Jahren zum regulären Schulabschluss. Eine Unterrichtspflichtcite-ref-37[37] besteht in den meisten Bundesstaaten bis zum 15. Lebensjahr, in Tasmanien bis zum 16. Lebensjahr. Mit einem Anteil von 72,3 % der Schßler absolviert die Mehrheit von ihnen die vollen 13 Jahre der Schullaufbahn (Stand 1999). Im PISA-Ranking von 2015 erreichten australische Schßler Platz 23 von 72 Ländern in Mathematik, Platz 14 in Naturwissenschaften und Platz 15 beim Leseverständnis. Die Leistung lag damit ßber dem Durchschnitt der OECD-Staaten.cite-ref-38[38]
Spezielle FĂśrderprogramme gibt es fĂźr SchĂźler abgelegener Gebiete, die durch Fernunterricht ausgebildet werden. Bekanntestes Beispiel ist die Alice Springs School of the Air.cite-ref-39[39]
Um den Ausbildungsstandard der indigenen BevĂślkerung anzuheben, wurde 1989 die National Aboriginal and Torres Strait Islander Education Policy (AEP) verabschiedet. Im Jahr 2000 wurden neue Standards formuliert und ein Aktionsplan fĂźr eine effektivere Ausbildung der Aborigines beschlossen.
Universitäten
â
Hauptartikel
:
Universitäten in Australien
Als erste Universität Australiens wurde 1850 die Universität Sydney gegrĂźndet. 2022 verfĂźgte Australien Ăźber 40 staatliche Universitäten, dazu kommen eine private und zwei internationale Universitäten.cite-ref-40[40] 2020 studierten dort 1,496 Mio. Menschen.cite-ref-41[41] An den staatlichen Universitäten werden die meisten Studienplätze fĂźr Inlandsstudenten von der Regierung gefĂśrdert. Der Zugang zu diesen Plätzen hängt hauptsächlich von der Qualifikation der Studenten ab. Diese zahlen ihre StudiengebĂźhren nicht im Voraus, Ăźber ein staatliches Programm (HECS-HELP) werden Kredite gewährt. Ein Studium an privaten Universitäten ist nur mit Zahlung von StudiengebĂźhren mĂśglich. Auslandsstudenten kĂśnnen das sogenannte âoverseas student program (OSP)â wahrnehmen, jedoch besteht fĂźr Auslandsstudenten (âNot Australian citizens or Australian permanent residentsâ) generell die Verpflichtung zur Zahlung von StudiengebĂźhren.
Mit der aktiven Bildungspolitik der australischen Universitäten wird mittlerweile von einem australischen Bildungskontinent gesprochen. Der Bildungssektor ist inzwischen Australiens Haupteinnahmequelle in MilliardenhĂśhe â noch vor dem Tourismussektor. Insbesondere Studierende der sĂźdostasiatischen Oberschichten nehmen die australischen Bildungsangebote gerne an. Das System fĂźr das Universitätsstudium entspricht im Wesentlichen dem britischen.
Geschichte
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Hauptartikel
:
Geschichte Australiens
Vor Ankunft der Europäer
Die Aborigines leben seit mindestens 65.000 Jahren auf dem Kontinent. Die Besiedlung lief wahrscheinlich Ăźber Neuguinea.cite-ref-42[42] Trotz der isolierten Lage des Kontinents standen die Aborigines in Kontakt zu anderen Kulturen. Bis zur Ăberflutung der LandbrĂźcke zu Neuguinea vor ungefähr 6000 Jahren bestand ein fast ungehinderter kultureller Austausch zwischen Neuguinea und dem Norden Australiens.
Vor circa 4240 Jahren (Stand 2024) kam es infolge der Einwanderung von Menschen vom indischen Subkontinent zu einer Vermischung der Aborigines mit den NeuankÜmmlingen,cite-ref-43[43] was sich an einer plÜtzlich veränderten Verarbeitung von Pflanzenteilen sowie einer veränderten Herstellungsweise bei Steinwerkzeugen ablesen lässt. Gleichzeitig tauchte der Dingo erstmals auf dem australischen Kontinent auf.
Nachdem die neu entstandenen Inseln der Torres Strait vor etwa 1000 Jahren durch melanesische Seefahrer besiedelt wurden, kam es durch die Begegnungen zwischen ihnen und den angestammten Bewohnern des nĂśrdlichen Australiens zu einer Vermischung beider Ethnien.
Auch Fischer von den Australien nahegelegenen indonesischen Inseln sowie Händler aus den entfernten Gestaden Chinas und Indiens besuchten vermutlich die australischen Kßsten seit mehreren Jahrhunderten. Deren kultureller Einfluss wird in vielen Rinden- und Felsmalereien der im Norden ansässigen Aborigines-Stämme wie z. B. der Yolngu auf Milingimbi deutlich.
Die BevÜlkerungszahl Australiens zum Zeitpunkt der Ankunft der Europäer ist umstritten, Schätzungen fßr diese Zeit lagen 2007 zwischen 750.000 und 1.500.000 Einwohnern.cite-ref-44[44]
Erste Sichtungen durch Europäer
Lange vor der Entdeckung Australiens durch europäische Seefahrer im 17. Jahrhundert stellte der griechische Gelehrte Claudius Ptolemäus bereits in der Antike die Theorie von der Existenz eines SĂźdkontinentes auf, den er âTerra Australis incognitaâ nannte. Seiner Theorie zufolge musste dieser SĂźdkontinent als Gegengewicht zu den Landmassen auf der Nordhalbkugel dienen. Diese Theorie hielt sich durch das gesamte Mittelalter bis zur âEuropäischen Expansionâ in der FrĂźhen Neuzeit, was dazu fĂźhrte, dass die Kartografen diesen angenommenen SĂźdkontinent auf ihren Weltkarten eintrugen.
Von europäischer Seite erreichten vermutlich bereits im 16. Jahrhundert portugiesische, franzĂśsische, spanische und vor allem niederländische Seefahrer die KĂźsten Australiens und gingen an Land. Als erste gesicherte Entdeckung gilt die Ankunft des Niederländers Willem Jansz an der KĂźste der im Nordosten Australiens liegenden Kap-York-Halbinsel im Jahre 1606. Sein Landsmann Dirk Hartog erreichte 1616 die australische WestkĂźste und betrat die der KĂźste vorgelagerte und heute nach ihm benannte Dirk-Hartog-Insel. Im Jahr 1619 segelte der niederländische Seefahrer Frederick de Houtman auf einer seiner Forschungsfahrten entlang der WestkĂźste Australiens von der HĂśhe des heutigen Perth ausgehend nordwärts und stieĂ auf die später nach ihm benannten Houtman Abrolhos, an denen im Juni 1629 das Handelsschiff Batavia der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) unter dem Kommandeur François Pelsaert strandete. Wie Hartog âentdecktenâ später auch 1696 Willem de Vlamingh und 1699 William Dampier die am weitesten westlich liegende Stelle des australischen Kontinents. Die beiden letzten kartografierten Teile der KĂźste, und Dampier gab ihr den Namen Shark Bay.
Da die Landschaft an der WestkĂźste trocken und unfruchtbar wirkte, war das Interesse gering, dieses Land in Beschlag zu nehmen. Deshalb maĂ keiner der niederländischen Schiffskommandanten diesen Funden eine entscheidende Bedeutung zu. Erst 1642 entschloss sich die Niederländische Ostindien-Kompanie, die geographischen Verhältnisse in diesem Gebiet durch eine gezielte Expedition zu erforschen. Bei dieser Expedition fuhr der Niederländer Abel Tasman von Mauritius aus einen weit sĂźdlicheren Kurs als frĂźhere VOC-Kommandeure. Er verfehlte dabei zwar vollständig den Kontinent Australien, entdeckte dabei aber die der SĂźdspitze des Kontinents vorgelagerte Insel, der er im Jahre 1642 den Namen âVan-Diemens-Landâ gab. Diese Bezeichnung wurde von den Briten im Jahre 1856 zu Ehren ihres europäischen Entdeckers Abel Tasman durch den bis heute gĂźltigen Namen Tasmanien ersetzt.
Der englische Seefahrer William Dampier stieà 1688 nahe dem King Sound an der Mßndung des Fitzroy River auf die australische Nordkßste und erreichte, wie schon oben erwähnt, 1699 abermals Australien an seinem westlichsten Punkt. Auf beiden Reisen fertigte Dampier jeweils Aufzeichnungen ßber die angetroffene Fauna und Flora, die Ureinwohner sowie den Kßstenverlauf an.cite-ref-45[45]cite-ref-46[46]
Vor dem Jahr 1770 wurden jedoch von keinem der europäischen AnkÜmmlinge Gebietsansprßche erhoben.cite-ref-cia-2016-47-0[47]
Kolonisation und weitere Erkundung
Der britische Kommandant James Cook verfolgte im Rahmen seiner ersten Expedition, der Ersten SĂźdseereise (1768â1771),cite-ref-48[48] die primär und offiziell dem Zweck diente, den Venustransit am 3. Juni 1769 auf Tahiti zu beobachten, ebenso den geheimen Auftrag, den Ozean um den 40. sĂźdlichen Breitengrad zu erforschen, um den postulierten âSĂźdkontinentâ zu finden. Hierbei erreichte er am 28. April 1770 die im Vergleich zur WestkĂźste fruchtbarere OstkĂźste Australiens und kartografierte diese. Dabei stellte er fest, dass das vom holländischen Seefahrer Willem Jansz zu Beginn des 17. Jahrhunderts bereits entdeckte und teilweise kartografierte Land, das seitdem die Bezeichnung âNeuhollandâ, engl. New Holland, trug, und âNeuguineaâ voneinander getrennt waren. Daraufhin nahm er im Juni 1770 die OstkĂźste âNeuhollandsâ fĂźr das KĂśnigreich GroĂbritannien formell als Kolonie New South Wales in Besitz.
Nachdem die USA von GroĂbritannien unabhängig geworden waren, suchte die britische Regierung nach neuen MĂśglichkeiten, Strafkolonien fĂźr ihre Sträflinge einzurichten. Ziel war die AusdĂźnnung der Unterschicht und so fĂźhrten schon geringe Vergehen zur Verschiffung in die Sträflingskolonie Australien. Am 26. Januar 1788 trafen daher die ersten elf Schiffe der âFirst Fleetâ (âErsten Flotteâ) mit Siedlern und Verurteilten unter der FĂźhrung von Arthur Phillip im Port Jackson ein.cite-ref-49[49] Die neue Ansiedlung wurde Sydney genannt, zu Ehren des damaligen britischen Innenministers Lord Sydney. Bis 1868 wurden 160.000 Gefangene dorthin verbannt. Von 1801 bis 1803 umsegelte der Entdeckungsreisende Matthew Flinders mit weiteren Forschern und dem Aborigine Bungaree als erster den gesamten Kontinent.cite-ref-slsa-7-1[7]
GrĂźndung neuer Kolonien
1792 landete eine franzĂśsische Expedition auf Tasmanien, um das Land zu erkunden. Daraufhin entschieden sich die Briten, auch hier mĂśglichst schnell eine Kolonie einzurichten. 1803 errichteten sie Risdon Cove am Derwent River, ein Jahr später Hobart Town, ebenfalls am Derwent, und George Town am Tamar River. 1825 wurde das damalige Van-Diemenâs-Land zu einer eigenständigen Kolonie erklärt.
1813 gelang es Gregory Blaxland, William Lawson und William Charles Wentworth in New South Wales zum ersten Mal, die Blue Mountains zu Ăźberqueren. Der Erfolg der Blaxland-Expedition trug zur Besiedlung der westlich dieses Gebirges gelegenen Gebiete bei.
1824 entstand eine neue Strafkolonie in der Mßndung des Brisbane River. Die Abgeschiedenheit dieser Lage sollte die Sicherheit der Kolonie erhÜhen. Nachdem jedoch auch freie Siedler verstärkt zu den fruchtbaren Weidegrßnden des Nordens drängten, gab die Kolonie das Land 1842 zur Besiedlung frei. 1859 wurde Queensland als von New South Wales unabhängige Kolonie ausgerufen.
1835 handelten tasmanische Geschäftsleute den Aborigines 240.000 Hektar in der Gegend des heutigen Melbourne ab und grßnden Port Phillip. Obwohl dieser Handel als illegal galt, gab die Koloniefßhrung dem Druck der wachsenden BevÜlkerung nach und musste auch hier das Land offiziell zur Besiedlung freigeben. 1851 separierte sich die neue Kolonie Victoria offiziell von New South Wales.
Die Kolonie New South Wales nahm zunächst den gesamten Üstlichen Teil des Kontinents ein, nur das westliche Drittel blieb weiterhin als Neuholland von den Briten unbeansprucht. Um die Gefahr einer Kolonisierung Westaustraliens durch Frankreich zu verhindern, grßndeten die Briten 1827 hier Siedlungen am Swan River. Die Kolonie wurde ursprßnglich als Swan River Colony gegrßndet. Western Australia wurde erst 1829 mit Grßndung von Perth ausgerufen. Obwohl ursprßnglich keine Sträflinge hierher verschickt werden sollten, forderten die freien Siedler 1850 die Aufhebung dieser Praxis, um die neue Kolonie mit billigen Arbeitskräften auszustatten.
South Australia wurde ebenfalls als sträflingsfreie Kolonie geplant. Im Zuge der systematischen Kolonisierung nach Plänen von Edward Gibbon Wakefield wurde Land verkauft, die ErlĂśse wurden darauf verwandt, freie Siedler in die Kolonie zu bringen. 1836 wurde Adelaide gegrĂźndet, im selben Jahr wurde South Australia als Provinz GroĂbritanniens ernannt. Zu dieser Zeit nahmen die Konflikte zwischen Siedlern und Aborigines zu, es kam zu einer Vielzahl von Massakern.
Weg zur Nation
NordÜstlich von Melbourne wurde am 22. August 1851 in Victoria Gold gefunden, was die Geschichte Australiens prägte und fßr mehrere Jahre einen Goldrausch auslÜste. Minenarbeiter in Ballarat initiierten im November 1854 den Eureka-Stockade-Aufstand. Die Aufständischen forderten demokratische Reformen, der Aufstand wurde allerdings am 3. Dezember 1854 endgßltig von britischen Militärs und lokalen Polizeikräften niedergeschlagen. Da nun Menschen freiwillig nach Australien kamen, konnte das Land nicht mehr gut als Strafkolonie genutzt werden und der Weg zu einer eigenen Nation war geebnet.
Zwischen 1855 und 1890 erhielten die einzelnen Kolonien das Privileg des Responsible Government und damit eine grĂśĂere Unabhängigkeit vom britischen Empire. London behielt allerdings vorerst die Kontrolle Ăźber AuĂenpolitik, Verteidigung und AuĂenhandel.
Nach einem groĂen Schafschererstreik entstand 1898 âWaltzing Matildaâ, die heimliche Nationalhymne Australiens. In den Kolonien begannen die Planungen fĂźr einen Zusammenschluss der Einzelstaaten.
Der Australische Bund
Am 1. Januar 1901 formierten sich die einst voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia.cite-ref-50[50] Die erste Hauptstadt Australiens wurde Melbourne.cite-ref-51[51] Am 26. September 1907 erhielt der Australische Bund mit dem Dominionstatus die nahezu vollständige Unabhängigkeit vom Mutterland GroĂbritannien.
Im Jahr 1911 wurde das Australian Capital Territory geschaffen, um die neue Hauptstadt Canberra aufzunehmen. Melbourne blieb aufgrund der lang andauernden Bauarbeiten in Canberra aber noch bis 1927 Regierungssitz. Auch das 1863 gegrĂźndete Northern Territory wurde aus der Kontrolle der Provinz South Australia in das Commonwealth ĂźberfĂźhrt.
Aus Loyalität zu GroĂbritannien entsandte Australien sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg Truppen nach Europa. Die Niederlage des ANZAC im ersten Militäreinsatz des Landes in der Schlacht von Gallipoli 1915 gilt vielen Australiern als Geburt der Nation.
Mit dem Statut von Westminster von 1931 wurde den Dominions des Empire formal die Unabhängigkeit verliehen. Das australische Parlament stimmte dem aber erst 1942 zu. Der Sezessionsversuch Westaustraliens von 1933 scheiterte.
Nach der britischen Niederlage in Asien 1942, insbesondere nach dem Fall von Singapur, und der drohenden japanischen Invasion verlagerten sich die militärischen Aktivitäten ab 1942 von Europa auf den australischen Kontinent. Australien wandte sich zunehmend den USA als neuem starken Alliierten zu. Dies wurde 1951 mit dem ANZUS-Abkommen formalisiert.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine aktive Einwanderungspolitik betrieben, die zur Massenimmigration aus Europa fĂźhrte. Mitte der 1970er Jahre beendete Australien die White Australia-Politik, die nur weiĂen Europäern gestattet hatte, sich im Land niederzulassen, so dass nun auch wieder Einwanderer aus Asien und anderen Erdteilen kommen konnten. Dies fĂźhrte in kurzer Zeit zu starken demografischen Veränderungen und zu wirtschaftlichem Aufschwung.
Im Jahr 1986 gab GroĂbritannien mit dem Australia Act die letzten Kompetenzen bezĂźglich der australischen Verfassung ab. Als 1988 der 200. Jahrestag der ersten weiĂen Siedler gefeiert wurde, wurde dies von lautstarken Protesten der Aborigines begleitet. 1999 stimmte die BevĂślkerung in einem Referendum mit einer Mehrheit von 55 % gegen die Schaffung einer Republik und behielt somit formal die Monarchie unter der britischen Krone.
Politik
Der Australische Bund ist eine parlamentarische Monarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage nach dem Westminster-System. Der Staat ist fĂśderal organisiert, die einzelnen Bundesstaaten haben jeweils eigene Parlamente mit weitgehenden Kompetenzen zur Gesetzgebung.
Frauen durften in Australien seit Juni 1902 auf nationaler Ebene wählen und gewählt werden. Zwar war Australien nach Neuseeland der zweite Staat, der das Frauenwahlrecht einfĂźhrte, doch beschränkte es sich auf weiĂe Frauen.
Der Commonwealth Electoral Act von 1902 schloss Aborigines aus, auch wenn dies dem Buchstaben des Gesetzes nach nicht unmittelbar erkennbar war. Eine Bestimmung schrieb vor: âKein Aborigine [âŚ] darf seinen Namen auf die Wählerliste setzen.âcite-ref-52[52] Die Aborigines erhielten erst 1962 von der nationalen Regierung das Wahlrecht zugestanden.cite-ref-53[53]
Im Jahr 1924 wurde fßr alle volljährigen Australier die Wahlpflicht eingefßhrt, der sie auf nationaler und bundesstaatlicher Ebene nachkommen mßssen.cite-ref-54[54]
Nationalfarben
Die farbliche Gestaltung der Nationalflagge Australiens sowie das offiziellen Wappen von Regierungsstellen sind an die Insignien des britischen KĂśnigshauses angelehnt.
Bis März 1984 hatte Australien jedoch keine eigenen Nationalfarben. Der Generalgouverneur Sir Ninian Stephen erklärte am 19. April 1984 Gold und Grßn zu den offiziellen Landesfarben von Australien. Diese offiziellen Nationalfarben sind vom floralen Symbol Australiens, der Gold-Akazie (lat. Acacia pycnanth) abgeleitet, die in Australien Golden Wattle genannt wird. Um ihre Eigenständigkeit gegenßber des britischen KÜnigs zu demonstrieren, verwenden die Australier bei den Farben ihrer Vereine und Sportklubs sehr oft die Nationalfarben, was man sehr gut bei internationalen Wettkämpfen beobachten kann.
Daneben gibt es noch die Flagge der Aborigines in den Farben Gelb (fßr die Sonne), Schwarz (fßr die Aborigines) und Rot (fßr die rote Farbe der Erde Zentralaustraliens). Die Flagge wird häufig verwendet.cite-ref-core-55-0[55] Die Verbreitung der Flagge der Torres-Strait-Insulaner ist dagegen noch gering.cite-ref-abcnet-56-0[56]
Nationalhymne
1977 wurde in einer landesweiten Abstimmung Advance Australia Fair zur offiziellen Nationalhymne Australiens gewählt. Schon 1984 wurden an ihr Ănderungen vorgenommen, weil vielen BĂźrgern die britische Ausrichtung der ursprĂźnglichen Version zu weit ging. Die Komposition geht auf Peter Dodds McCormick zurĂźck. Die erste AuffĂźhrung fand im Jahre 1878 statt.
FĂźr kurze Zeit galt auch Waltzing Matilda, das auf einem Text von Andrew Barton Paterson basiert, neben Advance Australia Fair als Nationalhymne, wurde jedoch bei der Abstimmung auf den zweiten Platz verwiesen. Dennoch erfreut sich Waltzing Matilda groĂer Beliebtheit und gilt fĂźr viele Australier als heimliche Nationalhymne.
Bundesverfassung
Gemäà der Verfassung von Australien setzt sich das Zweikammern-System des australischen Parlaments aus dem Repräsentantenhaus als Unterhaus, dem Senat als Oberhaus und dem britischen Monarchen als Staatsoberhaupt zusammen. Der KÜnig wird, wie in jedem Commonwealth Realm, durch einen Generalgouverneur vertreten (seit 1. Juli 2019: David Hurley), der jedoch in der Regel keine Macht ßber das Parlament ausßbt. Die 151 Abgeordneten des Repräsentantenhauses werden alle drei Jahre in Wahlkreisen nach dem Mehrheitswahlrecht gewählt. Die Abgeordnetensitze werden der BevÜlkerungszahl entsprechend auf die Bundesstaaten und Territorien verteilt. Im Senat ist jeder Staat mit zwÜlf Senatoren vertreten, die beiden Territorien mit jeweils zwei. Die Senatoren werden jeweils fßr sechs Jahre gewählt, alle drei Jahre finden Wahlen fßr die Hälfte der Sitze des Senats statt. Fßr alle Wahlen auf Bundes- und Bundesstaatsebene besteht eine Wahlpflicht. Die am stärksten vertretene Partei stellt die Regierung, der Vorsitzende dieser Partei wird Premierminister.
Parteien seit 2010
Die grĂśĂten Parteien sind die Liberal Party und Labor Partycite-ref-57[57] gefolgt von der National Party, wobei in den letzten Jahren entweder national-liberale Koalitionen oder die Labor australische Regierungen bilden konnten. Kleinere Parteien, die international Bekanntheitsgrad erreichen und im australischen Parlament vertreten sind, sind The Greens und One Nation. Weitere kleinere Parteien haben regionale Bedeutung und sind in den Senaten auf Bundesstaatenebene vertreten.
Regierung
Zwei Tage nach der Parlamentswahl am 21. Mai 2022 wurde Anthony Albanese als Premierminister vereidigt.cite-ref-faz-220523-58-0[58]
Siehe auch
:
Liste der Premierminister Australiens
Staatsoberhaupt
| Regierungszeit | Name | Dynastie | Lebensdaten |
|---|---|---|---|
| 1837â1901 | Victoria | Hannover / Sachsen-Coburg-Gotha | 1819â1901 |
| 1901â1910 | Eduard VII. | Sachsen-Coburg-Gotha | 1841â1910 |
| 1910â1936 | Georg V. | Sachsen-Coburg-Gotha/ Windsor | 1865â1936 |
| 1936 | Eduard VIII. | Windsor | 1894â1972 |
| 1936â1952 | Georg VI. | Windsor | 1895â1952 |
| 1952â2022 | Elisabeth II. | Windsor | 1926â2022 |
| seit 2022 | Charles III. | Windsor | * 1948 |
Siehe auch
:
Liste der Generalgouverneure Australiens
Politische Indizes
| Name des Index | Indexwert | Weltweiter Rang | Interpretationshilfe | Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Fragile States Index | 19,6 von 120 | 169 von 179 | Stabilität des Landes: sehr nachhaltig 0 = sehr nachhaltig / 120 = sehr alarmierend Rang: 1 = fragilstes Land / 179 = stabilstes Land | 2024 [ 59 ] |
| Demokratieindex | 8,85 von 10 | 11 von 167 | Vollständige Demokratie 0 = autoritäres Regime / 10 = vollständige Demokratie | 2024 [ 60 ] |
| Freedom in the World Index | 95 von 100 | â | Freiheitsstatus: frei 0 = unfrei / 100 = frei | 2024 [ 61 ] |
| Rangliste der Pressefreiheit | 75,2 von 100 | 29 von 180 | Zufriedenstellende Lage fĂźr die Pressefreiheit 100 = gute Lage / 0 = sehr ernste Lage | 2025 [ 62 ] |
| Korruptionswahrnehmungsindex (CPI) | 77 von 100 | 10 von 181 | 0 = sehr korrupt / 100 = sehr sauber | 2024 [ 63 ] |
Bundesstaaten, Territorien und AuĂengebiete
â
Hauptartikel
:
Bundesstaaten, Territorien und AuĂengebiete Australiens
Australien besteht aus den sechs Bundesstaaten Queensland, New South Wales, Victoria, Tasmania, South Australia und Western Australia, den drei Territorien Australian Capital Territory, Jervis Bay Territory und Northern Territory sowie sieben AuĂengebieten.cite-ref-64[64]
Sowohl der Australische Bund insgesamt als auch jeder einzelne der Bundesstaaten besitzt ein Parlament, eine eigene Regierung sowie einen eigenen Gouverneur als direkten Repräsentanten des Staatsoberhauptes des Vereinigten KĂśnigreiches. Die AuĂengebiete unterstehen entweder dem Australischen Bund oder einem der Bundesstaaten oder einem Ministerium.
Die Wahlen der Senatoren fßr die Zweite Kammer des Nationalstaates erfolgen nach dem Verhältniswahlrecht mittels Single Transferable Vote.
Mit Ausnahme Queenslands, das ein Einkammersystem aufweist, bestehen die Parlamente bei jedem der anderen Bundesstaaten sowie den Territorien aus jeweils zwei Kammern. Die Abgeordneten fßr die jeweilige Erste Kammer, das Unterhaus, werden in der Regel in Einerwahlkreisen mit Hilfe des Instant-Runoff-Voting, einer besonderen Form des Mehrheitswahlrechts, gewählt. Die Ausnahmen von dieser Regel bilden die Wahlen zu den Ersten Kammern, den Unterhäusern, des Hauptstadtterritoriums (Australian Capital Territory) sowie Tasmaniens. Hier kommt das Verhältniswahlrecht in Form der Single Transferable Vote zur Anwendung. In den meisten der Einzelstaaten kommt diese Form des Verhältniswahlrechts ebenfalls bei den Wahlen der Senatoren fßr die Zweite Kammer der jeweiligen Parlamente zur Anwendung; eine Ausnahme hierbei bildet die Wahl zur Zweiten Kammer Tasmaniens.
Die Bundesstaaten besitzen die ausschlieĂliche Gesetzgebungskompetenz fĂźr Bildung, Gesundheit und Verkehrswesen sowie fĂźr Polizei und Justiz. Der Chef der Landesregierung eines Bundesstaates wird analog zum nationalen Regierungschef als Premierminister bezeichnet.
Indigene Landrechte
Von den rund 2700 indigenen lokalen Gemeinschaften, die es heute in Australien gibt, befinden sich Ăźber 90 % im Outback.cite-ref-65[65] FĂźr die Aborigines, die im Outback leben, hat der Besitz und die Nutzung ihres angestammten Landes groĂe Bedeutung. In der Kolonialzeit wurden die Ureinwohner faktisch enteignet und hatten keinerlei Anspruch auf das Land, in dem sie seit mehr als 60.000 Jahren lebten.
Nach jahrzehntelangen Verhandlungen verfĂźgen die indigenen Australier heute wieder Ăźber verschiedene Formen der Landrechte: Nach den Land Rights Acts der Bundesstaaten und Territorien sind sie EigentĂźmer einer Fläche, die fast so groĂ ist wie Fennoskandinavien (2022 etwa 17 % der Landesfläche).cite-ref-66[66] Allerdings liegt der Ăźberwiegende Teil aller Flächen im Outback und das Landeigentum darin besteht zum grĂśĂten Teil aus WĂźsten und HalbwĂźsten. Hinzu kommen Besitzrechte nach dem Native-Title-Bundesgesetz, die 2022 fĂźr 53 % der gesamten Landesfläche â allerdings in sehr unterschiedlicher Weise je Titel und zum Teil mit erheblichen Einschränkungen â anerkannt wurden.cite-ref-67[67] Im Gegensatz etwa zum kanadischen Nunavut sind die australischen Indigenen trotz der groĂzĂźgig erscheinenden Landrechte rechtlich weit von einer Territorialautonomie entfernt.cite-ref-68[68]
Demokratieproblem â Chancenungleichheit
Nachdem die drei Parteien Liberal Party, Labor Party und deren Juniorpartner National Party Ăźber mehrere Jahrzehnte in verschiedenen Koalitionen zwar regierten, aber kontinuierlich an Zustimmung verloren, erlieĂen diese Anfang der 2020er Jahre fĂźr sie vorteilhafte Regelungen zur Wahlkampffinanzierung. Seitdem dĂźrfen kleinere neue Parteien und parteilose Politiker, obwohl diese im Gegensatz zu Abgeordneten und Parlamentsparteien keine staatlichen ZuschĂźsse erhalten, nur begrenzt Spenden annehmen.cite-ref-1-69-0[69]cite-ref-2-70-0[70]cite-ref-3-71-0[71]cite-ref-4-72-0[72] Die herrschenden drei Parteien finanzieren sich nicht durch Spenden, sondern von Portfolioinvestitionen und von Mitgliedsbeiträgen von Unternehmen.cite-ref-73[73]cite-ref-2-70-1[70] Des Weiteren dĂźrfen nicht amtierende Kandidaten nur einen begrenzten Betrag an Spenden zur Wahlkampffinanzierung verwenden. Amtierende bzw. zur Wiederwahl antretende australische Politiker dagegen sind auf solche Spenden nicht angewiesen. Laut der Denkfabrik The Australia Institute erklärt die Regelung zur Wahlkampffinanzierung, warum 90 % der bei der Parlamentswahl in Australien 2022 gewählten Politiker wiedergewählt sind.cite-ref-1-69-1[69]cite-ref-2-70-2[70]cite-ref-3-71-1[71]cite-ref-4-72-1[72]
Gesellschaftspolitische Probleme
Rassismus und Diskriminierung
Auf Grund mangelnder Integration in die Mehrheitsgesellschaft und von Diskriminierung durch diese gehĂśren viele Aborigines zum ärmsten Teil der australischen Gesellschaft. Ihre Kindersterblichkeit ist im Vergleich zur weiĂen BevĂślkerung doppelt so hoch. Sie haben einen erschwerten Zugang zur Bildung. Ihre Arbeitslosenquote ist mit 20 % fast dreimal so hoch wie die der DurchschnittsbevĂślkerung. Ihre Lebenserwartung liegt im Durchschnitt zehn Jahre unter der der weiĂen BevĂślkerung.cite-ref-74[74] Seit den 1960er Jahren rĂźckte zunehmend die Frage nach Landrechten der Aborigines in den Mittelpunkt gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen und erst seit dem Urteil Mabo v. Queensland (No. 2) von 1993 kĂśnnen Landrechte von einem Aborigine-Stamm erfolgreich eingeklagt werden.
Seit der verstärkten Einwanderung vorder- und sßdostasiatischer Migranten mit dem Ende der White Australia Policy in den 1960er Jahren kam es mehrfach zu rassistischen Ausschreitungen wie den Cronulla Riots im Dezember 2005.
Seit dem Racial Discrimination Act von 1975 ist Rassendiskriminierung per Gesetz verboten und alle diskriminierenden Gesetze, die in den Staaten oder Territorien noch existierten, auĂer Kraft gesetzt worden.
Durch den bundesweit geltenden âHuman Rights (Sexual Conduct) Act â Section 4â sind homosexuelle Handlungen seit 1994 legalisiert und heute gesellschaftlich weitgehend akzeptiert. In fĂźnf Bundesstaaten existieren Antidiskriminierungsgesetze fĂźr Homosexuelle. Die Gleichgeschlechtliche Ehe wurde 2018 eingefĂźhrt.
Siehe auch
:
Homosexualität in Australien
Umweltprobleme
CO2-Emissionen
Die erste Amtshandlung der 2007 gewählten Labor-Regierung von Kevin Rudd war die Ratifizierung des Kyoto-Protokolls. Dies bedeutete, dass durch eine CO2-Steuer (carbon tax), und eine Besteuerung der energieintensiven Bergbauunternehmen, Anreize zur Senkung des Treibhausgas-AusstoĂes gegeben werden sollten.cite-ref-75[75] Die gesetzliche Umsetzung stieĂ auf erheblichen Widerstand sowohl der australischen Bergbauindustrie als auch innerhalb der Labor-Partei, die den von ihr gestellten Premierminister Kevin Rudd abwählte.
Da die carbon tax zu hĂśheren Energiepreisen wie z. B. bei den Strompreisen fĂźhrte, stieĂ diese Form der Besteuerung auch in der BevĂślkerung auf Widerstand. Mit Premierministerin Julia Gillard wurden die sozialen Folgekosten dieser hĂśheren Energiepreise mit einem MaĂnahmenpaket kompensiert: Von einer Anhebung des Steuerfreibetrags sowie pauschaler Ausgleichszahlungen (lump-sum CASH-bonuses) profitierten vor allem Geringverdiener wie Pensionäre, Alleinerziehende, Familien mit geringem Einkommen und alleinstehende Geringverdiener. Diese Ausgleichszahlungen erfolgten bereits vor der EinfĂźhrung der Carbon tax, 2012. Mit diesem Preissignal im Sinne einer Ăśkologisch-sozialen Marktwirtschaft sollten die bisher in Australien kaum genutzten Erneuerbaren Energien relativ gesehen preisgĂźnstiger werden als die im Tagebau gĂźnstig abzubauende fossile Kohle. Externalisierte Folgekosten wie die Versauerung der Meere sowie die globale Erwärmung wurden marktwirtschaftlich eingepreist (internalisiert).
2017 stellte in Victoria eines der grĂśĂten Braunkohlekraftwerke Australiens, das Kraftwerk Hazelwood, seinen Betrieb ein. Dies geschah aus KostengrĂźnden vor dem Ende der genehmigten Betriebserlaubnis, die bis ins Jahr 2031 reichte.cite-ref-76[76] Sein im Jahr 2011 geschätzter Kohlendioxid-AusstoĂ pro Jahr belief sich auf 17 Millionen Tonnen.
Siehe auch
:
Department of Climate Change and Energy Efficiency
Neozoen
Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat Australien mit der Ausbreitung von Kaninchen zu kämpfen. Westaustralien baute 1907 einen 3256 km langen Zaun, der die weitere Verbreitung stoppen sollte.cite-ref-77[77]
Seit Jahren bewegt Australien die Frage, wie die Zahl der Kamele in Australien begrenzt werden kann, da diese die Umwelt zunehmend schädigen. 2009 wurde die Zahl der Dromedare auf rund eine Million Tiere geschätzt.cite-ref-abc-net-au-78-0[78] Es wurde erwartet, dass sich die Zahl in acht Jahren verdoppele,cite-ref-abc-net-au-78-1[78] und es wird befßrchtet, dass Teile des WßstenÜkosystems Australiens vernichtet werden.cite-ref-79[79] Tatsächlich lagen die Schätzungen zu hoch. Nach Abschuss von etwa 160.000 Tieren und weiteren 100.000 Opfern einer Dßrre wird die Population auf etwa 300.000 Tiere neu eingeschätzt.cite-ref-spiegel201503-80-0[80] Bei der LÜsung dieses Problems treten Konflikte zwischen Tier- und Naturschßtzern auf.
Die sehr groĂe Zahl von Hausmäusen stellt ebenfalls ein groĂes Probleme dar.cite-ref-81[81] Besonders in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria kam es in den letzten Jahren vermehrt zu Mäuseplagen, die durch die passenden klimatischen Bedingungen noch verstärkt wurden.cite-ref-82[82] Die Bekämpfung der Nagetiere erfolgt meist mit Gift; dieses kĂśnnte aber Greifvogelpopulation stark beeinträchtigen.cite-ref-83[83]
Ein weiteres ungelĂśstes Problem ist die rasche Verbreitung der ausgesetzten giftigen Aga-KrĂśte, die australische Kleintierpopulationen existenziell bedroht.cite-ref-84[84]
Aktuelle Migrationspolitik
â
Hauptartikel
:
Migrations- und Asylpolitik Australiens
| Rang | Herkunftsstaat | Anzahl Personen |
|---|---|---|
| 1 | Vereinigtes Konigreich Vereinigtes KĂśnigreich | 0. 967.390 |
| 2 | Indien Indien | 0. 710.380 |
| 3 | China Volksrepublik Volksrepublik China | 0. 595.630 |
| 4 | Neuseeland Neuseeland | 0. 559.980 |
| 5 | Philippinen Philippinen | 0. 310.620 |
| 6 | Vietnam Vietnam | 0. 268.170 |
| 7 | Sudafrika SĂźdafrika | 0. 201.930 |
| 8 | Malaysia Malaysia | 0. 172.250 |
| 9 | Italien Italien | 0. 171.520 |
| 10 | Sri Lanka Sri Lanka | 0. 145.790 |
| ⌠| | |
| 14 | Deutschland Deutschland | 0. 107.940 |
Seit 2001 gibt es eine Australische Migrationszone in der heutigen Form auf See (siehe Karte), die in Folge der Tampa-Affäre von der damaligen australischen Regierung errichtet wurde. Diese Migrationszone sollte verhindern, dass Boatpeople (deutsch: Bootsflßchtlinge) australisches Festland betreten, denn nur auf australischem Boden kann, nach geltendem Recht, ein Asylantrag gestellt werden.
Die nationalkonservative Regierung verwirklichte nach ihrem Amtsantritt mit dem Department of Immigration and Border Protection im Jahr 2013 eine Null-Toleranz-Politik gegen Boatpeople, die Operation Sovereign Borders genannt wird. Schiffe mit FlĂźchtlingen werden bereits auf hoher See abgefangen, entweder zur RĂźckkehr gezwungen oder die Boatpeople in Internierungslager in Einwanderungshaft genommen. Von 2013 bis Ende 2017 wurden 31 Boote mit Boatpeople vom australischen Grenzschutz abgewiesen oder zur Umkehr gezwungen. Im Haushaltsjahr 2016/2017 beliefen sich die Kosten fĂźr den Grenzschutz auf See und an Land auf 4 Milliarden A$.cite-ref-86[86]
Australien nimmt durchaus Asylsuchende auf. Im Finanzjahr 2015/2016 waren es 8640 FlĂźchtlinge aus Syrien und dem Irak.cite-ref-87[87] Zwischen 2013 und 2014 erteilte Australien 13.800 FlĂźchtlingen ein Visum, im Vorjahreszeitraum 2012/2013 stellte es noch 20.000 Visa fĂźr FlĂźchtlinge aus.cite-ref-88[88] Die obligatorische Abschiebehaft mitsamt anschlieĂender Deportation der Boatpeople in andere Länder sind in Australien wenig umstritten.cite-ref-89[89]
Am 31. Dezember 2016 befanden sich 1364 asylsuchende Boatpeople in australischen Internierungslagern, darunter 263 auf der Weihnachtsinsel, die anderen waren in Drittländern auf den Inseln Nauru und Manus (siehe weiter unten).cite-ref-90[90] Im März 2017 befanden sich auf australischem Hoheitsgebiet acht Lager fĂźr Asylsuchende, darunter sind fĂźnf Internierungslager (Immigration detention centres), in denen die Asylsuchenden in Einwanderungshaft festgehalten werden. In weiteren drei gesonderten Einrichtungen (Alternative places of detention) werden Asylsuchende untergebracht, die aufgrund bestimmter Kriterien nicht in Internierungslagern festgehalten werden kĂśnnen. Dort werden sie unter Supervision gestellt und ihnen gewisse Freiheiten gewährt. Die Unterbringung erfolgt in geeigneten Privathäusern, Hotels, Motels und Krankenhäusern. Generell gibt die lagerartige Unterbringung Anlass fĂźr Kritik von Menschenrechtsorganisationen. Die dritte Form ist die Unterbringung in der Allgemeinheit (Community placement), die eine Bewegungsfreiheit mit gewissen Auflagen gewährt.cite-ref-91[91] Am 31. Dezember 2016 wurden 25.252 Personen gezählt, die sich in Australien mit einem sogenannten Visa E aufhielten, ein sogenanntes ĂberbrĂźckungsvisum. Es sind Menschen, deren Aufenthalt befristet genehmigt ist und die nach einem Verlassen Australiens nicht mehr zurĂźckkommen dĂźrfen.cite-ref-92[92]
Eine Besonderheit bildeten zwei Internierungslager, die auĂerhalb des Hoheitsgebiets von Australien lagen: das Nauru Regional Processing Centre auf Nauru und das Manus Regional Processing Centre auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea. Nach Interventionen der UNO und Menschenrechtsgruppen erklärte das Verfassungsgericht von Papua-Neuguinea das Lager auf Manus fĂźr rechtswidrig. Reuters berichtete, dass einige Dutzend Asylanten auf Manus finanzielle Angebote der australischen Regierung fĂźr ihre RĂźckkehr in ihre Heimatländer angenommen hätten.cite-ref-93[93] Das FlĂźchtlingslager Manus wurde Ende 2017 geschlossen.cite-ref-94[94] Die etwa 380 Menschen wurden in neue Lager verlegt.cite-ref-95[95]
Gleichzeitig betreibt Australien eine offene Einwanderungspolitik hinsichtlich der legalen Migration. 2020 waren 30 Prozent der BevĂślkerung im Ausland geboren, was eine der hĂśchsten Quoten weltweit ist. Australien nimmt vor allem hochqualifizierte Einwanderer auf, die nach einem Punktesystem ausgewählt werden. Migranten in Australien kamen vor allem aus der ehemaligen Kolonialmacht GroĂbritannien, den asiatischen Ländern wie Indien und China sowie dem Nachbarland Neuseeland.cite-ref-bornoverseas-85-1[85]
Siehe auch
:
Australische Lager fĂźr Asylsuchende
und
Einwanderungsministerium des Commonwealth of Australia
AuĂen- und Sicherheitspolitik
In den internationalen Beziehungen wird Australien zumeist als Mittelmacht bezeichnet. Seine Ükonomischen und militärischen Ressourcen erlauben es Canberra, auf der internationalen Bßhne seiner Stimme GehÜr zu verschaffen, allerdings nicht bei jedem Thema und nicht im Alleingang. Gerne sieht sich das Land hierbei als ehrlicher Makler in internationalen Verhandlungen. Das Gewicht Australiens zeigte sich zum Beispiel in den Verhandlungen zur Chemiewaffenkonvention, zum Umweltprotokoll des Antarktisvertrages und im Rahmen der Uruguayrunde.cite-ref-96[96]
Die AuĂen- und Sicherheitspolitik Australiens ist von der Gemeinsamkeit der angelsächsischen Kultur des Landes vor allem mit den Vereinigten Staaten, aber auch mit Neuseeland und dem Vereinigten KĂśnigreich bestimmt. Als zunehmende Herausforderung erweist sich fĂźr Canberra die Aufgabe, die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten mit denen zur Volksrepublik China auszubalancieren. Von hoher Bedeutung sind auch die Verbindungen zu Indonesien, Japan und Indien.cite-ref-97[97]
Im Jahre 2005 wurde ein neues Anti-Terror-Gesetz in Australien eingefĂźhrt.cite-ref-98[98]
Beziehungen zu China
â
Hauptartikel
:
Australisch-chinesische Beziehungen
Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Volksrepublik China in den letzten Jahrzehnten ging auch eine Intensivierung der Beziehung beider Länder einher. China ist heute der mit Abstand wichtigste Handelspartner Australiens.cite-ref-99[99] Dennoch startete 2017/18 ein Handelskrieg zwischen beiden Ländern, der etwa 2021 seinen HĂśhepunkt erreichte. Intensiviert wurden die diplomatischen Spannungen unter anderem durch die chinesische Festnahme einer australischen Journalistin Ende 2020, das australische Verbot chinesischer 5G-Technik 2018, um chinesische Spionage zu verhindern, sowie den australischen Kauf von Atom-U-Booten aufgrund der hohen militärischen Präsenz Chinas im Pazifik. 2022/23 sagten in Umfragen jeweils 75 % der australischen BevĂślkerung, es sei wahrscheinlich, China wĂźrde fĂźr Australien in den nächsten 20 Jahren zur militärischen Bedrohung.cite-ref-100[100] Ab 2022, mit Ăbernahme der Regierung Albanese I, entspannten sich die Verhältnisse zwischen beiden Staaten wieder. Ende 2023 kam es erstmals seit sieben Jahren wieder zu einem Staatsbesuch des australischen Regierungschefs in China.cite-ref-101[101]
Beziehungen zu den USA
â
Hauptartikel
:
Beziehungen zwischen Australien und den Vereinigten Staaten
Australien pflegt eine umfassende wirtschaftliche, wissenschaftliche und militärisch-strategische Zusammenarbeit mit den USA, die sich auch in der GrĂźndung des ANZUS-BĂźndnisses niederschlug. Nach dem faktischen Ende von ANZUS in den 1980er Jahren nahmen die USA Australien in ihre Liste der wichtigsten VerbĂźndeten auĂerhalb der NATO auf. Mit dieser Klassifikation genieĂt Australien in der strategischen Partnerschaft Privilegien, die nicht einmal vielen NATO-Staaten zugänglich sind. Australien ist seit 1945 Mitglied der Vereinten Nationen, seit 1995 Mitglied in der WTO und ist Vertragsstaat des ICC.cite-ref-102[102]
Beziehungen zu Asien
In den 1990er Jahren versuchte der damalige Premierminister Paul Keating Australien näher an seine asiatischen Nachbarn heranzufĂźhren. Dies scheiterte jedoch aufgrund gegensätzlicher Interessen und kultureller Differenzen. Der pro-amerikanische Kurs der konservativen Regierung unter Premierminister John Howard wurde von den benachbarten Staaten weitgehend nicht geteilt, sondern kritisch aufgenommen. Insbesondere Howards Zustimmung zu Bushs Doktrin der sogenannten Präemptivschläge nach den Attentaten von Bali im Oktober 2002 zog sofort offizielle Proteste der Nachbarstaaten Indonesien, Philippinen, Malaysia und Thailand nach sich. Wie seit 1951 sieht auch das aktuelle WeiĂbuch des Verteidigungsministeriums vor allem im ANZUS-Abkommen mit Neuseeland und den USA den Grundstein der nationalen Sicherheitspolitik, weniger in einer multilateralen regionalen Einbindung.cite-ref-zajec-macht-2010-03-12-103-0[103] Als weniger bedeutend ist das seit 1971 existierende Five Power Defence Arrangements (FPDA) von Australien, Neuseeland, GroĂbritannien, Singapur und Malaysia einzuordnen, welches vorsieht, dass die drei Erstgenannten den beiden sĂźdostasiatischen Staaten im Falle eines Angriffs zu Hilfe kommen. Seit 1997 fĂźhren die See- und Luftstreitkräfte der fĂźnf Länder regelmäĂig gemeinsame ManĂśver durch.cite-ref-104[104]
Grenzstreitigkeiten mit Osttimor
â
Hauptartikel
:
Grenzstreitigkeiten zwischen Australien und Osttimor
und
Australisch-osttimoresische Beziehungen
Mit dem nÜrdlich gelegenen Osttimor gab es ßber Jahre Streit ßber die Grenzziehung in der Timorsee und die damit verbundene Nutzung der dortigen ErdÜl- und Erdgaslager. Während der indonesischen Besetzung Osttimors vereinbarten Australien und Indonesien eine Grenzziehung zu Gunsten Australiens. Mit der Unabhängigkeit Osttimors im Mai 2002 wurde neu verhandelt und man vereinbarte ein 50-jähriges Moratorium betreffs der Grenzfrage und eine gemeinsame Nutzung der Bodenschätze. Eine Einigung nach dem Seerechtsßbereinkommen der Vereinten Nationen konnte nicht erzielt werden, weil Australien wenige Monate vor der Unabhängigkeit Osttimors aus dem Regelwerk austrat. 2013 wurde bekannt, dass Australien während der letzten Verhandlungen das Kabinett Osttimors mit Wanzen abgehÜrt hatte. Osttimor verklagte Australien daher vor dem Internationalen Schiedsgericht und pochte auf eine Grenzziehung gemäà dem Seerechtsßbereinkommen, womit die ErdÜl- und Erdgasfelder alleinig in osttimoresischem Territorium liegen wßrden. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern waren deswegen angespannt. So hatte seit Antritt der national-liberalen Koalitionsregierung 2013 kein australischer Minister mehr Osttimor besucht.cite-ref-105[105] Im Januar 2017 erklärten die Regierungen Australiens und Osttimors, dass der Treaty on Certain Maritime Arrangements in the Timor Sea (CMATS) aufgelÜst werden soll.cite-ref-106[106] Am 6. März 2018 wurde ein neuer Grenzvertrag von den beiden Staaten unterzeichnet, der die bisherigen Vereinbarungen zugunsten Osttimors abänderte.cite-ref-107[107]
Partnerschaft mit Tuvalu
Am 10. November 2023 unterzeichneten der australische Premierminister Anthony Albanese und sein Amtskollege aus Tuvalu, Kausea Natano, während des pazifischen Regionalforums Pacific Islands Forum (PIF) auf den Cookinseln eine Vereinbarung, nach der jährlich 280 Tuvaluer â von aktuell 11.200 Einwohnern â nach Australien Ăźbersiedeln dĂźrfen, um dort zu arbeiten, zu studieren und zu leben. Diese sollen auch die australische StaatsbĂźrgerschaft erhalten.cite-ref-108[108] Australien ist einer der weltgrĂśĂten FĂśrderer und Exporteure klimaschädigender Kohle. Politische Kommentatoren bewerteten diesen Schritt auch als Reaktion Australiens und der USA auf die wachsende Expansion der Volksrepublik China im Pazifik. So soll die Vereinbarung âAustraliens Status als Tuvalus Sicherheitspartner erster Wahlâ festigen. Demnach mĂźssten sich beide Nationen kĂźnftig gegenseitig Ăźber âjedes Engagement mit anderen Staaten in Verteidigungsfragen in Tuvalu einigenâ. Dies schlieĂt auch die UnterstĂźtzung Australiens bei der Reaktion auf Naturkatastrophen, Pandemien und Sicherheitsfragen mit ein.cite-ref-109[109]
Beziehungen zur Europäischen Union
In den Beziehungen zwischen der EU und Australien stehen seit Jahrzehnten Ăśkonomische Themen im Vordergrund, wobei insbesondere Agrarfragen immer wieder zu Streitigkeiten zwischen den beiden Partnern fĂźhrten. Der Beitritt GroĂbritanniens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahre 1973 bedeutete fĂźr Australien einen erschwerten Zugang zum britischen Markt und wurde in weiten Kreisen von Politik und Gesellschaft als Verrat des ehemaligen Mutterlandes aufgefasst. Die bitteren GefĂźhle wurden verstärkt, da die protektionistische Agrarpolitik der EWG bzw. EU die ansonsten wettbewerbsfähige Agrarindustrie des fĂźnften Kontinents benachteiligte. In den letzten Jahren rĂźckten jedoch verstärkt andere wirtschaftliche Themen auf der politischen Agenda nach oben.cite-ref-110[110] Dies ist auch dem Umstand geschuldet, dass seit 25 Jahren die EU der wichtigste Wirtschaftspartner Australiens ist. Grundlage fĂźr die bilateren Beziehungen zwischen Australien und der EU ist die âgemeinsame Erklärungâ von 1997.cite-ref-111[111]cite-ref-112[112] Im Jahr 2008 wurde ein weiteres Partnerschaftsabkommen abgeschlossen, dem ein gemeinsamer Aktionsplan zugrunde liegt. Das Abkommen soll der Partnerschaft Impulse verleihen fĂźr intensivere Kooperation in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Technologieentwicklung, Umwelt und Klimaschutz. In der Klimapolitik sowie der nationalen und internationalen Sicherheitspolitik verfolgt die australische Regierung ähnliche Ziele wie die Europäische Union. In der Agrarpolitik unterscheiden sich die Ziele Australiens und der EU jedoch voneinander. Während Australien den Zugang zum EU-Binnenmarkt stärken mĂśchte, verhält sich die EU in Bezug auf die Landwirtschaft ihrer Mitgliedsstaaten protektionistisch gegenĂźber Mitbewerbern, die von auĂerhalb der EU in den EU-Binnenmarkt exportieren mĂśchten. Seit 2018 verhandeln die EU und Australien Ăźber ein Freihandelsabkommen.cite-ref-113[113]
Beziehungen zu Deutschland
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Hauptartikel
:
Australisch-deutsche Beziehungen
Die Staaten Deutschland und Australien verbindet ein enger wirtschaftlicher, kultureller und diplomatischer Austausch. Im Rahmen einer 2013 geschlossenen strategischen Partnerschaft kooperieren beide Staaten auch zunehmend in sicherheitspolitischen Fragen.cite-ref-114[114]
Militär und Kriegsbeteiligung
Erster Weltkrieg
Neun Tage nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs erfolgten ab dem 6. August 1914 erste Kriegshandlungen Australiens an der Seite von GroĂbritannien mit der Besetzung der Kolonie Deutsch-Neuguinea durch die Australian Naval and Military Expeditionary Force, ein 2000 Mann starkes Freiwilligen-Expeditionskorps. Am 15. August 1914 wurde die First Australian Imperial Force (AIF) gebildet, die bedeutendste australische Expeditionsstreitmacht im Ersten Weltkrieg, die aus mehreren Waffengattungen bestand. Die AIF setzte erstmals gemeinsam mit alliierten Truppen das Armeekorps Australian and New Zealand Army Corps (ANZAC) auĂerhalb des asiatischen Raums in der verlustreichen Schlacht von Gallipoli in der TĂźrkei ein, in der von den australischen Soldaten 26.111 verwundet und 8141 getĂśtet wurden.cite-ref-115[115]
Diese Schlacht hat die australische BevĂślkerung hinsichtlich ihrer Haltung zum Krieg und zur Wehrpflicht bis heute tief beeinflusst. Nach dieser Schlacht wurde das australische Militär bis zum März 1916 an der Palästinafront eingesetzt. AnschlieĂend beteiligten sich fĂźnf Infanterie-Divisionen der AIF an den Kämpfen an der Westfront in Frankreich und Belgien.cite-ref-116[116] Ferner nahmen auch australische Soldaten an Kämpfen auf unterschiedlichen, einzelnen Kriegsschauplätzen teil.
Zweiter Weltkrieg
â
Hauptartikel
:
Militärgeschichte Australiens während des Zweiten Weltkriegs
Australien fĂźhrte im Zweiten Weltkrieg zwei Kriege, einen gegen das Deutsche Reich, Italien und seine VerbĂźndeten in Europa als Teil des Britischen Commonwealth und einen an der Seite des Vereinigten KĂśnigreichs, der Vereinigten Staaten und anderer VerbĂźndeter gegen Japan und seine VerbĂźndeten im Pazifikkrieg bis September 1945.
Zwischen Februar 1942 und November 1943 war Australien das Ziel von insgesamt 97 Luftangriffen der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte. Während der Luftangriff auf Darwin am 19. Februar 1942 der erste, schwerste und folgenreichste aller dieser Luftangriffe war, blieben die meisten weiteren Luftangriffe ohne grĂśĂere Folgen.
Ein Landungsversuch der Japaner in Australien erfolgte im Verlauf des gesamten Krieges nicht. Nach dem RĂźckzug der meisten australischen Kräfte aus dem Mittelmeerraum nach Ausbruch des Pazifikkriegs beteiligte sich die Royal Australian Air Force intensiv am alliierten Luftkrieg gegen das Deutsche Reich. Zwischen 1942 und Anfang 1944 kam den australischen Streitkräften eine SchlĂźsselrolle im Pazifik zu, wo sie in dieser Zeit das grĂśĂte alliierte Truppenkontingent stellten. Ab Mitte 1944 kämpften australische Soldaten hauptsächlich an Nebenfronten; sie fĂźhrten bis Kriegsende fortlaufend Offensivoperationen gegen die japanischen Truppen durch.
Nach dem Zweiten Weltkrieg
Australiens Streitkräfte, die Australian Defence Force (ADF), bestehen aus drei Teilstreitkräften: der Royal Australian Navy, der Australian Army und der Royal Australian Air Force.cite-ref-117[117] Die Truppenstärke der ADF wurde in den letzten Jahrzehnten deutlich reduziert und beträgt aktuell etwa 51.000 Soldaten. Ihre Ausbildung und AusrĂźstung begrĂźnden trotz ihrer verhältnismäĂig geringen GrĂśĂe neben der wirtschaftlichen Attraktivität des Landes den Status Australiens als regionale Ordnungsmacht innerhalb des indo-pazifischen Raums.cite-ref-118[118] Daher fĂźhrt es aktuelle UN-Friedensmissionen in der Region an, beispielsweise in Osttimor und auf den Salomonen. Mit rund 50.000 Soldaten beteiligte sich Australien in den Jahren 1962 bis 1972 am Vietnamkrieg. Während dieser Zeit wurden ungefähr 2400 Soldaten verwundet, 520 fielen. AuĂerdem ist Australien am Irakkrieg beteiligt gewesen und unterhielt ein Kontingent im Irak, das bis Juli 2009 entsprechend dem Wahlversprechen der amtierenden Labor-Regierung abgezogen wurde. Es verblieben etwa 100 Soldaten zum Schutz der australischen Botschaft im Land. Der bis dato umfangreichste und bedeutendste internationale Einsatz Australiens war der Beitrag zu den Operationen in Afghanistan, wo die ADF mit etwa 1500 Soldaten vertreten war. Australien gab 2017 knapp 2,0 % seiner Wirtschaftsleistung oder 27,5 Mrd. Dollar fĂźr seine Streitkräfte aus und lag damit weltweit auf Platz 13.cite-ref-119[119] Seit 2014 beteiligt sich Australien auch an der Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine verkĂźndete Scott Morrison, das Budget fĂźr Verteidigung mit 31 Mrd. Australischen Dollars aufzustocken. AuĂerdem soll das Militär um 18.000 auf 81.000 Soldaten vergrĂśĂert werden.cite-ref-120[120]
Siehe auch
:
Wehrpflicht in Australien
Wirtschaft
â
Hauptartikel
:
Wirtschaft Australiens
Wirtschaftsgeschichte
Die Wirtschaftsgeschichte Australiens begann mit der Landung von etwa 1000 Sträflingen, Royal Marines und Seeleuten auf elf Schiffen der First Fleet im Port Jackson am 26. Januar 1788. Davor lebten auf dem australischen Kontinent die Aborigines als Jäger und Sammler. Die Briten erklärten das Land zur Terra nullius und eigneten es sich an. Mit der Anwendung dieses Rechtsbegriffs wurde Australien zu einem Land erklärt, das niemand gehÜrt. Die Briten kolonisierten es jahrzehntelang in Form der Sträflingskolonie Australien.
Kolonie New South Wales (1788â1810)
Nach der Landung im Jahr 1788 Ăźbergab die britische Kolonialregierung Land an hĂśhere Offiziere und Sträflinge mit Privilegien.cite-ref-economic-history-association-121-0[121] Dies geschah in Form einer âland grantâ, einer LandĂźbereignung.cite-ref-economic-history-association-121-1[121] Sträflingen ohne das Privileg einer LandĂźbereignung wurde lediglich erlaubt, WirtschaftsgĂźter in geringem Umfang selbst zu produzieren.cite-ref-economic-history-association-121-2[121] Das Kommissariat der Regierung der Kolonie New South Wales nahm als Lieferant von GĂźtern, Geld und Devisen eine herausragende Stellung im wirtschaftlichen Leben der Kolonie ein.cite-ref-122[122] Obwohl das wirtschaftliche Leben durch die Verteilung von GĂźtern, Bewirtschaftung von Geld und ausländischer Währung durch die Kolonialregierung reguliert war, entwickelte sich privates Eigentum an Land und privat vergĂźtete Arbeit.cite-ref-123[123] Dies wurde geduldet und nicht sanktioniert. Die Offiziere des New South Wales Corps nutzten dies aus und verquicken private und dienstliche Interessen.cite-ref-attard-economy-2008-03-16-124-0[124] Die Offiziere des Militärs eigneten sich rĂźcksichtslos Land privat an und fĂźhrten aufgrund der Knappheit von offiziellen GeldmĂźnzen in der Kolonie Rum als Währung ein. Als die britische Kolonialregierung dagegen einschritt, entstand die Rum Rebellion, die dazu fĂźhrte, dass im Jahr 1808 zahlreiche Offiziere die Kolonie verlassen mussten.
Weitere Kolonien
Bereits in den Jahren ab 1810 war erkennbar, dass sich die koloniale Wirtschaft nicht nur auf eine Selbstversorgung beschränken musste, sondern auch AuĂenhandel betreiben konnte. Bedeutend fĂźr die weitere wirtschaftliche Expansion war die Blaxland-Expedition im Jahr 1813, die einen Weg Ăźber die Blue Mountains hinweg ins Landesinnere Australien ermĂśglichte. Weitere Erkundungen und Entdeckungen folgten. Deshalb konnte die koloniale Wirtschaft wachsen.cite-ref-attard-economy-2008-03-16-124-1[124] Neben der erstgegrĂźndeten Kolonie New South Wales entstanden Western Australia (1829), South Australia (1836), Victoria (1851), Queensland (1859) und Tasmanien (1856) als britische Kolonien (das Northern Territory wurde 1911 aus South Australia abgespalten und dem Commonwealth of Australia unterstellt).
GĂźter wurden nicht nur in New South Wales verbraucht, sondern ab den 1820er Jahren nach England und ins nordwestliche Europa exportiert. Es handelte sich zuerst vor allem um Wolle, HĂślzer und WalĂśl. In dieser Zeit erfolgte eine umfangreiche Landnahme und eine gewaltsame Verdrängung der Aborigines aus ihren Stammesgebieten durch Siedler. Diese wurden âsquattersâ genannt und eigneten sich Land ohne Rechtstitel an, was erst im Jahr 1846 durch Gouverneur George Gipps geregelt bzw. beendet wurde. 1831 wurde es in der Kolonie New South Wales mĂśglich, Land käuflich zu erwerben. Eine erste Wirtschaftskrise entstand in den 1840er Jahren, die von Bankenpleiten begleitet war.
Diese Wirtschaftskrise wurde durch die Goldfunde von 1851 in Victoria Ăźberwunden. Infolge des Goldrausches in Australien wanderten zahlreiche Menschen ein. Es waren vor allem Engländer, aber auch andere Nationalitäten wie Chinesen.cite-ref-125[125] Bereits in den 1840er Jahren endete die Sträflingsdeportation im Ăśstlichen Siedlungsgebiet Australiens. Freie Siedler lieĂen sich nieder, gesetzliche Regelungen zur Sicherung der bĂźrgerlichen Rechte und des Eigentums wurden erlassen. Es begann der Aufbau eines demokratischen Wahlsystems.
Der Bergbau entwickelte sich. In den 1870er Jahren wurde mehr Gold als Wolle exportiert. Durch die australischen Goldfunde entwickelte sich eine rege Bautätigkeit, insbesondere in Victoria. Weizenexporte begannen im Jahr 1870 in South Australia. Ab den 1880er Jahren wurde Zink, Blei und Silber bei Broken Hill abgebaut. Die Goldfunde stagnierten und durch anhaltende Dßrren in den 1890er Jahren geriet Australien in eine wirtschaftliche Rezession. Im Verlauf dieser Rezession wurden LÜhne gekßrzt und in der Folge bildete sich die australische Arbeiterbewegung in zahlreichen und heftigen Streiks (Schafscherer-Streik (1891) und Schafscherer-Streik (1894), Broken-Hill-Streik, Maritime-Streik) aus. In den 1890er Jahren ermÜglichten neue Methoden der Kßhlung den Export von Fleisch-, Molkereiprodukten und Frßchten.cite-ref-attard-economy-2008-03-16-124-2[124]
Commonwealth
Am 1. Januar 1901 schlossen sich die frĂźher voneinander unabhängigen Kolonien zum Commonwealth of Australia zusammen. Diese neue Regierung erhielt Rechte zu starken Eingriffen in Märkte. Sie konnte die LohnhĂśhe und Preise bestimmen. Das Commonwealth regulierte den inneraustralischen Markt und verfolgte die White Australia Policy, eine Politik, die die Zuwanderung von NichtweiĂen blockierte. Diese Politik änderte sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als infolge der boomenden Wirtschaft eine hohe Nachfrage nach Arbeitskräften entstand. Nach 1950 waren Rohstoffe auf dem Weltmarkt stark nachgefragt und die australische Regierung fĂśrderte den Abbau von Rohstoffen intensiv. Das wirtschaftliche Wachstum Australiens wurde vor allem durch die Fahrzeug-, Chemieproduktion, Herstellung elektrischer und elektronischer AusrĂźstung sowie von der Eisen- und Stahlproduktion bestimmt. Dieses Wachstum wurde auch durch die beiden Weltkriege nicht wesentlich negativ beeinflusst. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg entstand eine langfristige positive Wachstumsrate mit hoher Beschäftigung. Ihren HĂśhepunkt erreichte die industrielle Produktion in der Mitte der 1960er Jahre.cite-ref-attard-economy-2008-03-16-124-3[124]
Das 1910 eingefĂźhrte Australische Pfund wurde im Jahr 1966 auf den Australischen Dollar ins Dezimalsystem umgesetzt.cite-ref-126[126]
Zudem wurde das Einheitensystem vom angloamerikanischen MaĂsystem auf das metrische Einheitensystem umgestellt.
Als zu Beginn der 1970er Jahre die Weltkonjunktur einbrach, wuchsen Arbeitslosigkeit und Inflation in Australien an.
In den Jahren 1982 bis 1983 verharrte die australische Wirtschaft in einer Rezession. 1983 kam die Australian Labor Party mit dem Premierminister Bob Hawke und Finanzminister Paul Keating an die Regierung. Hawke setzte darauf, dass mehr Beschäftigung entstehen kĂśnnte, wenn es gelänge, die ReallĂśhne zu stabilisieren bzw. zu senken. Keating widersprach dem und warnte, dass Australien sich damit zu einer âbanana republicâ entwickeln wĂźrde. Labor entschied daraufhin, australische Firmen sollten ausländische Investitionen zulassen. Sie lockerte auch die Wettbewerbsbedingungen. Die Rezession wurde daraufhin durch einen starken Beschäftigungsanstieg aufgehoben und die Arbeitslosenquote erreichte mit 2 % wieder den Stand von 1972. Die weiter oben genannten MaĂnahmen wurden in der folgenden Zeit ausgeweitet.cite-ref-attard-economy-2008-03-16-124-4[124]
Die Labor Party verlor die Wahlen im Jahr 1996 an John Howard von der Liberal Party of Australia. Seine Regierung setzte auf Deregulierung, unter anderem des Währungs- und Finanzsystems, das sich noch stärker dem internationalen Kapital Ăśffnen sollte. SchutzmaĂnahmen fĂźr die Industrie und Landwirtschaft und Wettbewerbsbeschränkungen wurden zurĂźckgefahren bzw. aufgehoben. Einige staatliche Aufgaben wurden privatisiert und das Transport- und Telekommunikationswesen dereguliert. 2005 lag die Arbeitslosenquote bei 5 %.
In der Folge fßhrten fallende Transportkosten, neue effektive Telekommunikations- und Informationstechnologien, Investitionen mit ausländischem Kapital, wirtschaftliches Wachstum in Ostasien, vor allem in China, zu kontinuierlich steigenden Wachstumsraten der australischen Wirtschaft. Reformen im Bildungswesen und Anpassungen der Ausbildungsinhalte an Hochschulen und Universitäten des Landes sorgten dafßr, dass Wettbewerbsfähigkeit anstieg. Im Jahr 2000 betrug der Anteil der Dienstleistungen 70 % des nationalen Einkommens.
Aktuell
Der Dienstleistungssektor Australiens ist mit 60 bis 65 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) bedeutend, der seinen Schwerpunkt im Bereich Finanzen, Immobilien und Unternehmensdienstleistungen hat. Der Anteil des Bergbaus am BIP liegt bei etwa zehn Prozent und der der Landwirtschaft bei zwei Prozent. Beide Sektoren haben allerdings einen bedeutenden Anteil an Australiens Exportvolumen und sind stark vom Wachstum der Weltwirtschaft abhängig. Die wichtigsten ExportgĂźter Australiens sind Kohle, Eisenerz, Gold, ErdĂśl/-Produkte und Erdgas. Beim Export von verflĂźssigtem Gas wird erwartet, dass Australien in den nächsten fĂźnf Jahren WeltmarktfĂźhrer werden wird. Bei Kohle ist Australien seit den 1980er Jahren der weltweit grĂśĂte Exporteur. Durch das Absinken des weltwirtschaftlichen Wachstums der vergangenen Jahre ging der Export der Rohstoffe Australiens stark zurĂźck und es entstand eine LĂźcke im Staatshaushalt.
Die australische Leistungsbilanz ist seit Jahren defizitär, die Anteile am BIP schwankten in der Vergangenheit von minus zwei bis minus sechs Prozent. Die Verschuldung der privaten Haushalte Australiens war im Jahr 2016 beträchtlich.
Australien war, laut einer Studie der Bank Credit Suisse aus dem Jahre 2017, das Land mit dem neuntgrĂśĂten nationalen GesamtvermĂśgen weltweit. Der Gesamtbesitz der Australier an Immobilien, Aktien und Bargeld belief sich auf insgesamt 7.407 Milliarden US-Dollar. Das VermĂśgen pro erwachsene Person beträgt 402.603 Dollar im Durchschnitt und 195.417 Dollar im Median (Deutschland: 203.946 bzw. 47.091 Dollar). Das VermĂśgen pro Kopf war damit sowohl im Durchschnitt als auch im Median das dritt-hĂśchste der Welt (hinter Island und der Schweiz). Der Gini-Koeffizient bei der VermĂśgensverteilung lag 2016 bei 68,2, was auf eine moderate VermĂśgensungleichheit hindeutet.cite-ref-128[128]
Die wichtigste WertpapierbĂśrse des Landes ist die Australian Securities Exchange mit ihrem All Ordinaries als Leitindex der Volkswirtschaft. AuĂerdem investiert die Regierung Ăźber ihren Staatsfonds, den Australian Government Future Fund, einen gewissen Teil des StaatsvermĂśgens fĂźr zukĂźnftige Generationen.
Australiens derzeit wichtigste Importprodukte sind, neben RohĂśl und raffiniertem Ăl, WirtschaftsgĂźter wie Pkws und Medikamente.cite-ref-129[129] Australien zählt zu den 20 grĂśĂten Volkswirtschaften der Erde. Im Global Competitiveness Index des Global Competitiveness Report, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Australien im Jahr 2017 Platz 21 unter 137 Ländern.cite-ref-130[130] Der Index fĂźr wirtschaftliche Freiheit 2024 des Landes war der 13 hĂśchste von 176 Ländern.cite-ref-131[131] Australien zählt zu den liberalsten Volkswirtschaften der Welt.
| Jahr | 2010 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| BIP in Mrd. USD (Kaufkraftparität) | 907,9 | 1.128 | 1.170 | 1.219 | 1.288 | 1.366 | 1.379 | 1.555 | 1.734 | 1.835 | 1.900 |
| BIP pro Kopf in USD (Kaufkraftparität) | 40.945 | 47.044 | 47.970 | 49.236 | 51.230 | 53.528 | 53.805 | 60.322 | 65.885 | 68.095 | 69.352 |
| BIP-Wachstum (real) | 2,4 % | 2,3 % | 2,7 % | 2,4 % | 2,8 % | 1,9 % | â2,0 % | 5,4 % | 4,1 % | 2,1 % | 1,0 % |
| Inflation (in Prozent) | 2,9 % | 1,5 % | 1,3 % | 2,0 % | 1,9 % | 1,6 % | 0,9 % | 2,8 % | 6,7 % | 5,6 % | 3,2 % |
| Staatsverschuldung (in Prozent des BIP) | 20 % | 38 % | 41 % | 41 % | 42 % | 47 % | 57 % | 56 % | 50 % | 50 % | 51 % |
AuĂenhandel
Die groĂe Fläche des Landes in Verbindung mit dem kleinen Binnenmarkt und das Vorhandensein von Rohstoffen prädestiniert Australien zum Exportland fĂźr Primärprodukte. Diese Tatsache macht das Land aber auch empfindlich gegenĂźber starken Schwankungen der Weltmarktpreise dieser GĂźter. Wichtige ExportgĂźter sind daher landwirtschaftliche Produkte und Bodenschätze. Das Land ist Mitglied der Cairns-Gruppe, die sich fĂźr die Liberalisierung von Agrarexporten einsetzt.
Die GroĂunternehmen in Australien prägen die Exportbilanz. Die 100 grĂśĂten Unternehmen des Landes hatten 2001 fĂźr rund 50 Milliarden australische Dollar Waren- und Dienstleistungsexporte erbracht und lieferten damit rund ein Drittel der gesamten Ausfuhr des Landes. Im Jahre 2001 lag der australische Export bei rund 154 Milliarden australische Dollar und machte Ăźber 20 % des BIP aus. Australien bildet mit seinem Nachbarland Neuseeland unter der Bezeichnung Closer Economic Relations seit 1983 eine Freihandelszone.
Australien ist Mitglied der APEC, G20, OECD und WTO und betreibt Freihandelsabkommen mit ASEAN, Chile, Neuseeland, Singapur, Thailand und den Vereinigten Staaten. Speziell das ANZCERTA Vertragsabkommen mit Neuseeland zeigt die enge Verschränkung beider Volkswirtschaften. Im Jahr 2010 war Australien die 21. grĂśĂte Export- und die 19. grĂśĂte Importnation.
Unter der Bezeichnung Austrade betreibt das Department of Foreign Affairs and Trade eine Agentur zur FĂśrderung von Handel und Investitionen mit einem globalen Netzwerk von BĂźros.
GrĂśĂter Handelspartner im Jahr 2008 mit 17 % (25 Milliarden Euro) aller importierten Waren war die Europäische Union.cite-ref-132[132] Im Jahr 2010 entfielen 60 % des AuĂenhandelsanteils auf Asien, wobei China Japan im Jahr 2007 als wichtigsten Wirtschaftspartner Australiens ablĂśste.cite-ref-zajec-macht-2010-03-12-103-1[103]
Im Jahr 2014 exportierte Australien Waren und Dienstleistungen im Wert von 243 Mrd. USD und importierte diese im Wert von 219 Mrd. USD. Die Handelsbilanz wies damit einen Ăberschuss von 24 Mrd. USD aus. Die grĂśĂten Exporte aus Australien waren Eisenerz mit 60 Mrd., Kohle und Briketts 37,2 Mrd., FlĂźssigerdgas 16,3 Mrd., Gold 16,3 Mrd. und ErdĂśl 9,1 Mrd. USD. Die grĂśĂten Importe waren Treibstoffe mit 16,6 Mrd., ErdĂśl 16,2 Mrd., Pkw 15,7 Mrd., Computer 7,37 Mrd. und Medikamente 6,5 Mrd. USD.
Nach China exportierte Australien im Jahr 2014 Waren und Dienstleistungen im Wert von 82,9 Mrd., nach Japan 43,1 Mrd., SĂźdkorea 19 Mrd., Indien 11,1 Mrd. und in die Vereinigten Staaten 10 Mrd. USD. Die australischen Importe aus China erreichten einen Wert von 45,7 Mrd., Vereinigte Staaten 24,5 Mrd., Japan 15,4 Mrd., Singapur 11,8 Mrd. und Deutschland 10,6 Mrd. USD.cite-ref-133[133]
| | 2021 | 2021 | 2022 | 2022 | 2023 | 2023 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| | Mrd. USD | % gg. Vj. | Mrd. USD | % gg. Vj. | Mrd. USD | % gg.Vj. |
| Einfuhr | 261,6 | +24,4 | 309,3 | +18,2 | 287,9 | â6,9 |
| Ausfuhr | 342,0 | +38,4 | 410,3 | +19,9 | 369,2 | â10,0 |
| Saldo | +80,4 | | +101,1 | | +81,3 | |
| Export nach | Export nach | Import aus | Import aus |
|---|---|---|---|
| China Volksrepublik Volksrepublik China | 32,6 % | China Volksrepublik Volksrepublik China | 24,9 % |
| Japan Japan | 9,8 % | Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten | 11,3 % |
| Korea Sud SĂźdkorea | 5,7 % | Japan Japan | 6,3 % |
| Indien Indien | 4,4 % | Korea Sud SĂźdkorea | 6,3 % |
| Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten | 3,4 % | Thailand Thailand | 4,5 % |
| Taiwan Taiwan | 2,7 % | Malaysia Malaysia | 4,4 % |
| Neuseeland Neuseeland | 2,4 % | Deutschland Deutschland | 4,3 % |
| sonstige Staaten | 39,0 % | sonstige Staaten | 38,0 % |
Landwirtschaft und Fischerei
Landwirtschaft ist in Australien ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Mehr als 400.000 Arbeitnehmer sind in der Landwirtschaft beschäftigt. 2 % des BIP werden hier erwirtschaftet. Etwa 80 % der landwirtschaftlichen Produktion werden exportiert.
GroĂe Flächen des Landes dienen als Weideland, wobei besonders im Outback extensive Weidewirtschaft (Ranching) auf Sheep- oder Cattle-Stations betrieben wird. Auf diesen Weideflächen werden ca. 130 Millionen Schafe und mehr als 25 Millionen Rinder gehalten. Australien ist fĂźhrend in der Produktion von Wolle, 29 % der Weltproduktion stammen von hier.
Nur 6 % der Landesfläche werden zum Anbau von Nahrungs- und Futterpflanzen genutzt. Weizenanbau hat daran mit 45 % den grĂśĂten Anteil. Abgesehen von den klimatisch begĂźnstigteren Gebieten des SĂźdostens sind die meisten Anbaugebiete von Bewässerung abhängig. 2019 musste wegen der starken DĂźrre erstmals seit 2007 wieder Weizen (aus Kanada) importiert werden.cite-ref-135[135] Neben Weizen mit einer jährlichen Produktion von Ăźber 30 Millionen Tonnen spielt der Zuckerrohranbau mit mehr als 35 Millionen Tonnen eine groĂe Rolle.
Australiens Weinindustrie hat ein Exportvolumen von mehr als 2,3 Milliarden Australische Dollar. Wichtige Anbaugebiete sind das Barossa Valley in South Australia, Hunter Valley in New South Wales und Victorian Sunraysia in Victoria. Die am meisten angebauten Traubensorten sind Chardonnay, Shiraz und Cabernet Sauvignon.
Australien ist eines der wenigen Länder, die unter strengen Kontrollen den Anbau von Schlafmohn zur Opium-Gewinnung fßr die Pharma-Industrie erlauben.
Die Fischerei spielt eine untergeordnete Rolle, trotzdem ist Australien Mitglied der South Pacific Regional Fisheries Management Organisation (SPRFMO), die sich als internationale zwischenstaatliche Organisation von 15 Mitgliedern das Ziel gesetzt hat, die Fischbestände im Sßdpazifik zu ßberwachen und zu bewirtschaften.
Bodenschätze
Australien verfĂźgt Ăźber groĂe Vorkommen an Energierohstoffen und mineralischen Rohstoffen.cite-ref-136[136] Die Bodenschätze wie Kohle, Eisenerz, Gold, Diamanten und andere Mineralien werden zumeist im Tagebau abgebaut. Australien ist der weltgrĂśĂte Exporteur von Steinkohle.cite-ref-137[137] Im Jahr 2002 fĂśrderten australische Minen 343 Millionen Tonnen Kohle und 116 Millionen Tonnen Eisenerz. Durch Milliardeninvestitionen, unter anderem von BHP Billiton, wurde die Ausbeute von Eisenerz bis zum Jahr 2011 auf 600 Millionen Tonnen gesteigert; der Preis stieg von 2001 bis 2011 um 700 %. Der grĂśĂte Anteil des Eisenerzes wird nach China exportiert.cite-ref-138[138] Beim Gold stammen mit 282 Tonnen zwĂślf Prozent auf dem Weltmarkt aus Australien. Australien hat zudem das reichhaltigste Vorkommen an Seltenen Erden weltweit, die an der Erzlagerstätte am Mount Weld in Western Australia gefĂśrdert werden. FĂźr Tantal ist Australien der wichtigste Exporteur auf der Welt. Bei Edelsteinen fĂśrdert Australien mehr als 90 % der Weltproduktion an Opalen, vor allem im Gebiet der Stadt Coober Pedy in South Australia.
Australien ist das drittgrĂśĂte Exportland der Welt von Uran. Atomkraftwerke betreibt es aber nicht.
Seit den späten 1960er Jahren ist der Uranabbau und -export das bedeutende Hauptfeld politischer Auseinandersetzungen zwischen Regierungen und Gruppierungen der Antiatomkraftbewegung in Australien, die Argumente gegen die UmweltzerstÜrung, gegen die ZerstÜrung des Traumzeitlands der Aborigines und gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen vortrugen, um damit die Atomindustrie zurßckzudrängen.
Tourismus
Die Tourismusbranche erwirtschaftet 8 % der australischen Wirtschaft. Seit den 1970er Jahren stiegen die Besucherzahlen stark an. Im Jahr 2003 besuchten 4,35 Mio. Touristen Australien, im Jahr 2016 waren es bereits rund 8,2 Mio. internationale Touristen. Die Tourismuseinnahmen betrugen 32,4 Mrd. US-Dollar.cite-ref-139[139] Die australische TourismusbehÜrde prognostiziert bis 2020 weiterhin einen Anstieg. Zu den am häufigsten vertretenen Nationalitäten gehÜren Neuseeländer, Chinesen, Briten, US-Amerikaner, Japaner, Singapurer, Malaysier, Koreaner, Hongkong-Chinesen, Inder und Deutsche. Die ßber 510.000 in der Tourismusbranche arbeitenden Menschen erwirtschaften rund 35 Mrd. AUD pro Jahr.
Das Land ist in der ganzen Welt fßr die Reiseform des Work & Travel bekannt, die man mit einem Working-Holiday-Visum nutzen kann. Dazu muss man zwischen 18 und 30 Jahre alt sein. Ungefähr 40 % aller Touristen, die Australien besuchen, sind zwischen 18 und 30 Jahre alt. Jährlich wird dieses Angebot von ßber 20.000 deutschen Bßrgern genutzt.cite-ref-140[140]
Es herrscht generelle Visumspflicht fßr alle Ausländer, ausgenommen Neuseeländer. Die Visumspflicht gilt selbst fßr Einreisende aus den Ländern des Commonwealth. Auch fßr touristische Kurzaufenthalte ist ein Visum Voraussetzung. Je nach Reisezweck und -dauer ist hierbei ein unterschiedliches Touristenvisum erforderlich. Das kostenlose Visum eVisitor (subclass 651), welches in allen EU-Staaten und weiteren ausgewählten 30 Ländern Europas beantragt werden kann, erlaubt eine Aufenthaltsdauer von maximal drei Monaten, während jedoch jegliche Art bezahlter Arbeit untersagt ist.cite-ref-141[141] Alternativ besteht die MÜglichkeit des kostenpflichtigen Visums Electronic Travel Authority (ETA).
Im Falle eines längeren Aufenthalts sowie fßr Geschäftsreisen ist das Visum Visitor Visa (subclass 600) erforderlich, welches sich in die Varianten tourist stream, business stream und sponsored family stream unterteilt.
Hauptziele der ausländischen Besucher sind neben Sydney vor allem die einzigartigen Naturlandschaften â allen voran das Great Barrier Reef, der Uluášu (Ayers Rock) und der Kakadu-Nationalpark. Sydney, Melbourne, Brisbane, Gold Coast, Cairns, Perth, Adelaide und Canberra zählen zu den am häufigsten besuchten Städten.
Elektrische Energie
Siehe auch
:
Energiewende nach Staaten
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/2010
Stromerzeugung, Rolle der Steinkohle
Die Stromerzeugung in Australien wurde im Jahr 2000 noch zu 80 % mit Kohlekraftwerken gewährleistet, die restlichen 20 % wurden hauptsächlich durch Gas- und Wasserkraftwerke gedeckt. Dank seiner groĂen Steinkohlevorkommen war und ist Australien ein Steinkohlen-Exporteur. 2021 war Australien nach Indonesien der zweitgrĂśĂte Kohleexporteur der Welt.cite-ref-bbc-142-0[142] Atomkraftwerke zur Stromerzeugung gibt es nicht.
Der hohe Anteil fossiler Brennstoffe fĂźhrte allerdings zu einem hohen AusstoĂ von Treibhausgasen und trägt zur globalen Erwärmung bei. Australien zeigte sich zĂśgerlich bei Selbstverpflichtungen zur Reduktion von Treibhausgasen. Als vorletzter Industriestaat ratifizierte es am 3. Dezember 2007 das Kyoto-Protokoll.cite-ref-143[143] Die Regierung unter Premierminister Scott Morrison verpflichtete sich lediglich zu einer Reduktion der Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2030 um 25 %, verglichen mit dem Niveau des Jahres 2005, ein Wert, der weit unter den Zielwerten anderer Industriestaaten (Vereinigte Staaten, Europäische Union, Vereinigtes KĂśnigreich) lag.cite-ref-bbc-142-1[142] Umweltexperten forderten eine Reduktion zwischen 50 und 74 %, damit Australien die Ziele des Ăbereinkommens von Paris erfĂźlle.cite-ref-144[144] Auch der Zielsetzung der meisten Industriestaaten, bis 2050 eine CO2-neutrale Wirtschaft zu entwickeln, wollte sich Australien nicht anschlieĂen.cite-ref-bbc-142-2[142] Das Festhalten Australiens an der Kohle als Hauptenergielieferanten wurde weltweit von Umweltorganisationen kritisiert.
Trotz geographisch gĂźnstiger Voraussetzungen (sehr viele Sonnenstunden im Jahr, kĂźstennahe Regionen wie Brisbane oder Perth) wurde das Potenzial regenerativer Energien anfangs kaum erschlossen. So wurde Solarstrom lange Zeit nur in entlegenen WĂźstenregionen genutzt, die nicht ans Stromnetz angeschlossen sind. Das Potenzial fĂźr Windenergie wurde wenig genutzt, obgleich neue Windenergieanlagen gĂźnstiger Strom erzeugten als neue Kohlekraftwerke und Gaskraftwerke.cite-ref-145[145]
Ende 2017 wurde das bis dahin grĂśĂte Batteriespeicher-Projekt der Welt fertiggestellt. Anfänglich mit 100 MWh geplant, wurde das Projekt schlieĂlich mit 129 MWh abgeschlossen. Neben Windkraftanlagen werden auch Solaranlagen zur Energiegewinnung genutzt. Die Batteriespeicher kommen von Tesla, Inc., die Windkraftanlagen von Vestas Wind Systems. Das Hybridkraftwerk befindet sich im Kennedy Energy Park in Queensland und ist das erste Projekt in Australien, welches diese drei Technologien miteinander verbindet; finanziert wurde das Projekt unter anderem von der Australian Renewable Energy Agency (ARENA).cite-ref-146[146]cite-ref-147[147]cite-ref-148[148]
Wikipedia:WikiProjekt Ereignisse/Vergangenheit/fehlend
Ein Folgeprojekt der gleichen Partner mit einer Batteriespeicherkapazität von 20 MWh wurde 2018 im Bundesstaat Victoria in Auftrag gegeben. Der Speicher soll in Kombination mit einem Windpark installiert werden. Dieser hat eine Nennleistung von 194 Megawatt. Stand 24. September 2020 waren 35 WKA in Betrieb.cite-ref-149[149] Er soll unter anderem auch ein 40 Hektar groĂes Gewächshaus versorgen.cite-ref-150[150] Weitere groĂe kombinierte Kraftwerke sind in Planung, so zum Beispiel das Projekt Kaban Green Power Hub, das auf 130 MW oder 157 MW Windkraftleistung und einen 100-MW-Batteriespeicher ausgelegt ist.cite-ref-151[151] Baubeginn soll Ende 2020 oder Anfang 2021 sein.cite-ref-152[152]cite-ref-153[153]
Im Jahre 2018 lief ein Projekt zum Bau von 50.000 Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern fßr Wohn- und Gewerbegebäude an. Partner ist die Firma Tesla, Inc.; mit Stand Juli 2018 wurden bereits 100 Haushalte mit entsprechender Technik ausgestattet. Im Endausbau, der fßr 2022 erwartet wird, sollen die Speicher bei einer Speicherkapazität von 650 MWh eine Leistung von 250 Megawatt bereitstellen. Das Gesamtsystem soll als Virtuelles Kraftwerk arbeiten und das sßdaustralische Stromnetz stabilisieren. Das Projekt wird vollständig von der Regierung finanziert. Die ausgewählten Haushalte dßrfen den Strom nutzen, um ihre eigenen Energiekosten zu senken.cite-ref-154[154]
Stromverteilung
Seit dem Jahr 2000 erfolgt in Australien die Stromverteilung im Niederspannungsnetz mit einer Netzspannung von 230 V bei einer Frequenz von 50 Hertz und einer Toleranz von +10 % bis â6 % gemäà Standards Australia-Norm âAS60038-2000 â Standard Voltagesâ. Vorher lag die Spannung bei 240 V. Der verwendete Stecker ist vom Typ I.
Staatshaushalt
Der Staatshaushalt umfasste 2015 Ausgaben von umgerechnet etwa 560 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 513 Mrd. US-Dollar gegenĂźber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in HĂśhe von 2,3 % des Bruttoinlandsprodukts.cite-ref-budgovaus-155-0[155]
Im Jahr 2017 lag die Staatsverschuldung bei 41,9 % des BIP.cite-ref-156[156] Von der Ratingagentur Standard & Poorâs werden die Staatsanleihen Australiens mit der Bestnote AAA bewertet (Stand 2018).cite-ref-157[157]
2020 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:cite-ref-158[158]
⢠Gesundheit: 10,7 %
⢠Bildung: 6,1 %
⢠Militär: 2,0 % (2023)
Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Im Nachfolgenden sind die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen Australiens mit Ländern im deutschsprachigen Raum dargestellt.
Australisch-deutsche Wirtschaftsbeziehungen
Deutschland ist derzeit der zwĂślftgrĂśĂte Handelspartner Australiens. Mehr als 300 TĂśchter deutscher Unternehmen sichern in Australien mit insgesamt ca. 650 Betriebsstätten etwa 100.000 Arbeitsplätze.
2010 betrug das Volumen des bilateralen Warenverkehrs Ăźber 10 Mrd. Euro. Deutschland importierte 2010 Waren im Wert von etwa 2,23 Mrd. Euro. Der Export deutscher Waren betrug etwa 7,86 Mrd. Euro. Den Schwerpunkt der deutschen Exporte bilden Kraftfahrzeuge und -teile, chemische, pharmazeutische und elektrotechnische Erzeugnisse, Kunststoffe und Maschinen. Die Wichtigsten australischen ExportgĂźter nach Deutschland waren im Jahr 2019 Gold, Steinkohle und Erze.cite-ref-159[159]
Australisch-schweizerische Wirtschaftsbeziehungen
Im Jahr 2011 stieg der schweizerische Export nach Australien auf 2,5 Mrd. CHF. Die Importe der Schweiz aus Australien stiegen gegenßber dem Vorjahr von 320 Mio. CHF auf 487 Mio. an. Die Schweizer Investitionen in Australien beliefen sich im Jahr 2009 auf 13 Mrd. USD. 2011 kam die Schweiz auf den fßnften Platz in der Rangliste der ausländischen Investitionen Australiens. Mit diesen Investitionen wurden 40.000 Arbeitsplätze in Australien geschaffen.
Im Jahr 2011 reisten im Vergleich zum Vorjahr 8,2 % mehr australische Touristen in die Schweiz, und 43.000 Touristen aus der Schweiz reisten nach Australien.cite-ref-160[160]
Australisch-Ăśsterreichische Wirtschaftsbeziehungen
Ăsterreichische Exporte nach Australien erreichten im Jahr 2014 einen Wert von 792,93 Millionen Euro, dabei handelte es sich vor allem um LKW und Motorräder, Baumaschinen, elektrische Maschinen, pharmazeutische Erzeugnisse, Metallwaren (Beschläge und SchlĂśsser).
Die Üsterreichischen Importe waren im Jahr 2014 mit 87 Millionen Euro gering. Es waren dies Steinkohle, Baumaschinen, Mess- und Prßfgeräte, elektrische/elektronische Apparate und Goldmßnzen.cite-ref-161[161]
Infrastruktur
Australiens Verkehrswesen wird durch die groĂen Entfernungen im Landesinneren und die hohe BevĂślkerungsdichte entlang des schmalen Streifens der Ost- und SĂźdkĂźste geprägt. Bezogen auf die Einwohnerzahl verfĂźgt das Land Ăźber sehr viele Kilometer an StraĂen und Wegen, weist einen hohen Motorisierungsgrad auf und besitzt ein engmaschiges Flugnetz.
Im Logistics Performance Index, der von der Weltbank erstellt wird und die Qualität der Infrastruktur misst, belegte Australien 2018 den 18. Platz unter 160 Ländern.cite-ref-162[162]
Flugverkehr
â
Hauptartikel
:
Geschichte der Luftfahrt in Australien
Australien gehĂśrt zu den Ländern mit den dichtesten Flugnetzen Ăźberhaupt. Es gibt etwa 400 Ăśffentliche und privat verwaltete Flugplätze. Wichtigste Fluggesellschaft ist die 1920 gegrĂźndete Qantas Airways. Ein bedeutendes Drehkreuz fĂźr den internationalen Flugverkehr ist der Kingsford Smith International Airport in Sydney. Der Inlands-Flugverkehr ist seit 1990 dereguliert, d. h. Flugpreise werden ohne Mitwirken seitens der Regierung durch den freien Wettbewerb bestimmt. Zunehmend ist auch der Anteil an Ballonfahrten mit dem HeiĂluftballon als Freizeitbeschäftigung speziell fĂźr Touristen.
StraĂenverkehr
In Australien herrscht Linksverkehr. Vor allem im dicht besiedelten SĂźdosten des Landes spielt der StraĂenverkehr eine bedeutende Rolle. Die erste StraĂe Australiens wurde in den Jahren von 1789 bis 1791 von Sydney nach Parramatta gebaut. Das heutige australische StraĂennetz beläuft sich insgesamt auf etwa 913.000 km, von denen circa 353.000 km befestigt, das heiĂt entweder asphaltiert oder betoniert, sind.
Ein groĂer Teil des Warenverkehrs im Outback wird mit Hilfe von Road Trains transportiert. Ein Road Train ist ein spezieller Typ eines Lastzuges, bestehend aus einem Sattelzug mit Zugmaschine und Sattelauflieger, an den in Australien bis zu drei Anhänger gekuppelt werden. Dadurch erreichen die Road Trains eine Gesamtlänge von bis zu 53,5 m sowie beladen ein Gesamtgewicht von bis zu etwa 140 Tonnen.
â
Hauptartikel
:
Highways in Australien
Die ersten FernstraĂen in Australien wurden von den Hauptstädten an den KĂźsten in einem speichenfĂśrmigen Muster ins Landesinnere gebaut, um die ersten ländlichen Ansiedlungen mit den Hauptstädten zu verbinden. Im Jahr 1955 wurde das australische National-Route-Nummerierungsschema eingefĂźhrt um die Navigation durch Australien zu vereinfachen. Man erkennt eine National Route an den Schildern mit schwarzer Schrift auf weiĂem Grund.
Schienenverkehr
â
Hauptartikel
:
Schienenverkehr in Australien
1854 verkehrte die erste Dampfeisenbahn zwischen der Innenstadt und dem Hafen Melbournes. Zahlreiche private Gesellschaften betrieben in der Folgezeit die Eisenbahnlinien des Landes. Dies fĂźhrte dazu, dass zum Zeitpunkt der FĂśderationsbildung (1901) drei voneinander abweichende Spurweiten vorlagen, was groĂe Probleme aufwarf. Erst seit etwa 1970 ist die Durchfahrt von Sydney nach Perth ohne systembedingtes Umsteigen mĂśglich. Teilweise wird hier â und nur hier â mit Dreischienennetz gefahren.
Die Gesamtlänge des staatlichen Eisenbahnnetzes beträgt etwa 34.000 km. Die Gesamtlänge der privat betriebenen Schienennetze beläuft sich auf etwa 5500 km. Private Schienennetze werden in der Pilbara-Region Western Australia vor allem zum Transport von Eisenerz, in Queensland fßr den Transport von Kohle und Zuckerrohr genutzt.
Verglichen mit dem StraĂenverkehr spielt der Personen- und GĂźtertransport auf den Schienen inzwischen eine untergeordnete Rolle. Es gibt dennoch Neubauprojekte wie beispielsweise die 2003 fertiggestellte Eisenbahnstrecke von Alice Springs nach Darwin, die von dem Fernverkehrszug The Ghan befahren wird. Die Transaustralische Eisenbahn von Sydney nach Perth ist fĂźr den Fracht- und den Fremdenverkehr von Bedeutung. Australien plant zudem den Einsatz von HochgeschwindigkeitszĂźgen.
In den Ballungsräumen Brisbane, Melbourne, Perth und Sydney, in denen die Hälfte der BevĂślkerung lebt, existieren gut ausgebaute S-Bahn-Netze. StraĂenbahnen sind in Australien recht selten und bestehen meist nur aus wenigen Linien, das StraĂenbahn-Netz in Melbourne ist jedoch das längste der Welt. Das U-Bahn-Netz der Metropole Sydney, die Sydney Metro, ist seit der ErĂśffnung im Mai 2019cite-ref-163[163] die erste vollwertige U-Bahn auf dem Kontinent.
Kultur
Anfangs wurde die Kultur Australiens ausschlieĂlich von dessen Ureinwohnern, den Aborigines, geprägt. Mit der Besiedlung durch die Europäer dominierte unter diesen Siedlern der Einfluss der britischen Kolonialmacht. FĂźr die europäischstämmigen Siedler und ihre Nachfahren verband sich mit dem Entstehen einer eigenen nationalen Identität die Entwicklung einer nationalen australischen Kultur. Heute ist diese in allen Bereichen geprägt von den EinflĂźssen der unterschiedlichen Einwanderergruppen, vermischt mit den Ausdrucksformen der indigenen Kulturen der verschiedenen Stämmen der Aborigines.
Feiertage
Der Australia Day ist Australiens offizieller Nationalfeiertag und wird am 26. Januar gefeiert. Er erinnert an die Ankunft der First Fleet in Sydney Cove am 26. Januar 1788. Diese Ankunft markierte den Beginn der Deportation britischer Strafgefangener nach Australien und mithin den Beginn der Besiedlung Australiens durch die Europäer.
Ein weiterer wichtiger Feiertag ist der ANZAC Day am 25. April. Er ist der Jahrestag der ersten Militäraktion von australischen und neuseeländischen Truppen im Ersten Weltkrieg, der Landung auf Gallipoli 1915.
Auch ist der Melbourne Cup Day bei der BevĂślkerung sehr beliebt. Er findet am ersten Dienstag im November statt und ist im Bundesstaat Victoria ein offizieller Feiertag. Das Pferderennen wurde vom Victoria Turf Club das erste Mal 1861 ausgetragen.
Australische KĂźche
â
Hauptartikel
:
Essen und Trinken in Australien
Die australische Kßche zog ihre Inspiration zunächst aus der englischen Kßche, die mit den britischen Sträflingen und Siedlern ab dem 18. Jahrhundert nach Australien kam, bis ab dem 19. Jahrhundert die chinesische Kßche Einzug in das Land hielt. Mit der zunehmenden Einwanderung von Italienern und Griechen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs änderten sich langsam die Essgewohnheiten. Unter dem Einfluss zugezogener Migranten aus Vorderasien sowie von Vietnamesen, Thailändern und zahlreichen anderen Nationalitäten entwickelte sich Modern Australian Cuisine, eine der vielfältigsten Kßchen der Welt.
Australien hat reiche Vorkommen an Fischen und MeeresfrĂźchten, auf seinen Weideflächen groĂe Populationen von Schafen und Rindern sowie in den Zonen mit gemäĂigtem Klima eine beträchtliche Agrarwirtschaft, was sich auf den Speisekarten des Landes widerspiegelt. Das Barbecue ist beliebt und hat groĂe Tradition in der australischen Kultur. Viele der australischen Weine weisen eine internationale Reputation auf, zudem besteht in dem Land eine ausgeprägte Kaffeekultur.
Kunst
Siehe auch
:
Kunst der Aborigines
Ălteste Zeugnisse abbildender Kunst in Australien sind Felsgravierungen der Aborigines, die teilweise auf 30.000 v. Chr. datiert werden. Mit dem Ăbergang von der Rindenmalerei mit natĂźrlichen Pigmenten zu Arbeiten mit Acryl auf Leinwand stieg die internationale Aufmerksamkeit und die Verkaufbarkeit der Kunstwerke der Aborigines seit den frĂźhen 1970er Jahren stark an.
Die ersten Gemälde europäischer Siedler verwendeten meist Tiere oder Aborigines als Motive, waren stilistisch und farblich aber an europäischen Vorbildern orientiert. Conrad Martens passte allerdings die europäische Malerei an die australischen Verhältnisse an. Mit der Aneignung des franzÜsischen Impressionismus durch die Heidelberger Schule in Melbourne gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelang australischer Kunst erstmals internationale Anerkennung. Die expressionistische Bewegung im Australien der 1940er Jahre, vertreten unter anderem durch Sidney Nolan und Arthur Boyd, beeinflusste auch die Werke etablierter Maler wie Russell Drysdale und William Dobell.
Lange Jahre konnte die moderne Bildende Kunst in Australien nicht FuĂ fassen; dies dauerte von der GroĂen Depression bis ans Ende der 1950erâJahre. Danach dominierte der abstrakte Expressionismus die Bildende Kunst Australiens. Wichtige Impulse lieferte hierfĂźr die Wanderausstellung French Painting Today von 1953.
Heutige Arbeiten australischer Kßnstler werden zunehmend von Kunstformen der asiatischen Nachbarländer beeinflusst. ZeitgenÜssische Kunst verwendet darßber hinaus vielfältige Medien, um vor allem aktuelle Themen darzustellen wie die Umweltproblematik oder gesellschaftliche Veränderungen.
Wichtigste Kunstpreise fßr Porträt-Malerei sind der Doug Moran National Portrait Prize und der Archibald Prize, fßr australische Landschaftsgemälde oder figßrliche Skulpturen der Wynne-Prize sowie fßr Genremalerei und Wandbilder der Sir John Sulman Prize.cite-ref-164[164]
Literatur
â
Hauptartikel
:
Australische Literatur
Die Entwicklung einer eigenständigen australischen Literatur begann erst Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Gedichte und Balladen der frĂźhen Autoren wie Henry Lawson oder A. B. âBanjoâ Paterson behandeln vor allem das Leben im australischen Busch. Auch später richtete sich der Fokus vor allem auf den australischen Kontinent und seine Bewohner.
Mit der Aufnahme internationaler und sozialer Themen nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Literatur des Landes auch international stärker beachtet. Patrick White erhielt 1973 als bisher einziger Australier den Nobelpreis fßr Literatur, australische Träger des Booker Prize sind Peter Carey und Thomas Keneally. Wichtigste nationale Auszeichnung der Literaturszene ist der Miles Franklin Award.
Siehe auch
:
Liste australischer Schriftsteller
Film
| Jahr | Anzahl |
|---|---|
| 1975 | 24 |
| 1985 | 42 |
| 1995 | 18 |
| 2005 | 22 |
Im Jahre 1896 wurde in Sydney das erste Kino Australiens erĂśffnet. Der 1901 von der australischen Heilsarmee gedrehte Film Soldiers of the cross gilt als erster âechterâ Film der Welt.cite-ref-166[166] Anfang des 20. Jahrhunderts gab es schon eine boomende Filmindustrie. Bis in die 1930er Jahre wurden Ăźber 250 Stummfilme produziert. Mit der Ăbernahme des Vertriebs durch britische und US-amerikanische Firmen kam es jedoch zur Krise der australischen Filmproduktion. Trotzdem wurden auch weiterhin Produktionsfirmen gegrĂźndet, die in den 1930er Jahren Tonfilme vor allem zu australischen Themen drehten. Bekannte Regisseure dieser Zeit waren Ken G. Hall und Charles Chauvel. Chauvel drehte auch den ersten australischen Farbfilm, Jedda, ein vor allem mit Aborigines besetztes Drama.
1969 beschloss die australische Regierung eine Verstärkung der FilmfĂśrderung. In den folgenden Jahren konnten dann Filme mit australischer Thematik internationale Erfolge feiern. Einer der ersten dieser Filme war 1975 Picknick am Valentinstag von Peter Weir. In den nächsten Jahren folgten dann unter anderem die Mad-Max-Reihe von George Miller, Breaker Morant von Bruce Beresford und Gallipoli von Peter Weir, der inzwischen auch in Hollywood erfolgreich Regie fĂźhrt. 1985 wurde Crocodile Dundee â Ein Krokodil zum KĂźssen mit Paul Hogan in der Hauptrolle zum Ăberraschungserfolg. Weitere internationale Erfolge waren 1992 Strictly Ballroom von Baz Luhrmann, 1994 Muriels Hochzeit von P. J. Hogan und Priscilla â KĂśnigin der WĂźste von Stephan Elliott, 1996 Shine â Der Weg ins Licht von Scott Hicks, 2002 Long Walk Home von Phillip Noyce, sowie 2004 Somersault von Cate Shortland. Im Jahre 2008 erschien der Monumentalfilm Australia von Baz Luhrmann, der mit den australischen Weltstars Hugh Jackman und Nicole Kidman in den Hauptrollen als eine Art nationales Filmepos konzipiert war. Der Film erhielt jedoch nur mäĂige Kritiken. Weitere international bekannte Schauspieler sind Eric Bana, Cate Blanchett, Toni Collette, Russell Crowe, Elizabeth Debicki, Errol Flynn, Mel Gibson, Rachel Griffiths, Chris Hemsworth, Heath Ledger, Olivia Newton-John, Miranda Otto, Guy Pearce, Sam Reid, Margot Robbie, Geoffrey Rush, Richard Roxburgh oder Naomi Watts.
Seit 1999 sind die Fox Studios in Sydney Produktionsort vieler Hollywood-Filme. Hier wurden unter anderem Mission: Impossible II, Teile von Australia, die zweite und dritte Episode der Star-Wars-Serie sowie Thor: Love and Thunder gedreht.
Musik
Klassische Ensembles mit internationalem Ansehen sind die Symphonieorchester Sydneys, Melbournes und Tasmaniens sowie das Australische Jugendorchester und das Australische Kammerorchester. Als Vater einer eigenständigen australischen Kunstmusik gilt der Komponist Alfred Hill. Komponisten wie Peter Sculthorpe und John Antill haben in ihre Werke auch Einflßsse der Aborigines und der asiatischen Nachbarländer ßbernommen. Von der jßngeren Komponistengeneration haben sich Brett Dean, Georges Lentz und Liza Lim international einen Namen gemacht.
Country-Musik im US-amerikanischen Stil ist vor allem in ländlichen Gebieten des Sßdostens beliebt. Das jährlich in Tamworth stattfindende zehntägige Country Music Festival ist das zentrale Ereignis dieser Musik-Szene. Slim Dusty war ein bekannter australischer Country-Musiker.
Ein Vertreter des australischen Jazz ist Graeme Bell. International bekannte Kßnstler der Pop- und Rock-Musik sind unter anderem die The Seekers, Bee Gees, INXS, AC/DC, Kylie Minogue, Natalie Imbruglia, Rose Tattoo, 5 Seconds of Summer, Men at Work, Flash and the Pan, Midnight Oil, The Church, The Go-Betweens, Press Club, Silverchair, The Dissociatives, Parkway Drive, Delta Goodrem, Crowded House, Icehouse, Tame Impala, King Gizzard & the Lizard Wizard und Nick Cave. Aborigine-Bands wie Yothu Yindi oder Archie Roach versuchen eine Fusion von traditioneller indigener Musik mit Rock-Elementen. Zu letzterem Genre zählt auch die Band Powderfinger.
Tanz und Theater
Die Australische Oper mit Sitz in Sydney, die von dem dänischen Architekten Jørn Utzon geplant worden war, bringt etwa 300 Vorstellungen jährlich auf die Bßhne. Die Koloratursopranistin Joan Sutherland gilt als bekanntestes Mitglied des Ensembles. Das nationale Ballett-Ensemble ist das 1961 gegrßndete Australian Ballett in Melbourne. Auf Tourneen durch Australien werden jährlich etwa 185 Auffßhrungen klassischen und modernen Balletts angeboten. Das Ballett gilt als eines der besten der Welt. Bedeutende Choreographen sind Robert Helpmann und Graeme Murphy. Murphy grßndete auch die Sydney Dance Company, die auf dem Gebiet des modernen Tanzes in Australien fßhrend ist.
Das Bangarra Dance Theatre und das Aboriginal and Islander Dance Theatre verschmelzen traditionelle Tänze der indigenen BevÜlkerung und modernen Tanz.
Klassisches Theater, aber auch moderne Inszenierungen, werden von der Sydney Theatre Company aufgefßhrt. Der fßhrende Theaterautor Australiens ist David Williamson, der unter anderem der australischen Mittelklasse in seinen Stßcken den Spiegel vorhält. In den fßnf Sälen des 1973 erÜffneten Sydney Opera House werden neben Konzerten und Opern auch Theaterstßcke und Filme vorgefßhrt.
Museen
Das älteste Museum Australiens ist das 1827 am Hyde Park in Sydney errichtete Australian Museum. Es enthält umfangreiche naturhistorische Sammlungen, aber auch Sammlungen zur Geschichte und Kultur der indigenen BevÜlkerung. Ein weiteres naturhistorisches Museum von Bedeutung ist das Museum Victoria, gegrßndet 1854 in Melbourne, mit einer 12 Millionen Exemplare umfassenden Sammlung.
Australische Kunst von den kolonialen Anfängen bis zu zeitgenĂśssischen KĂźnstlern beherbergt die Art Gallery of New South Wales, gebaut um 1880 in Sydney. Auch europäische und asiatische Werke zählen zu den Objekten dieses Museums. Die hier angeschlossene Yiribana Gallery ist die weltweit grĂśĂte Sammlung indigener australischer Kunst.
Siehe auch
:
Liste der Kunstmuseen in Australien
Medien
Pressefreiheit
In der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen rutschte Australien 2020 um fĂźnf Ränge auf Platz 26 ab.cite-ref-167[167] Damit lag das Land allerdings noch klar vor Spanien (29), Frankreich (34) und GroĂbritannien (35). Deutschland belegte in dem Jahr die elfte Position. Australiens Abstufung liegt jedoch nicht alleine in der bedenklichen Medienmonopolisierung begrĂźndet. Ein weiterer Faktor sind zunehmend restriktive Gesetze zur Kontrolle der Medien, die davon profitieren, dass die Verfassung von Australien keine Pressefreiheit kennt. Hiergegen protestiert die Medienbranche mit der Kampagne Media Freedom â Your Right To Know.cite-ref-168[168] Offiziell ist das Australian Press Councilcite-ref-169[169] fĂźr die Pressefreiheit zuständig.
Verfolgung von Whistleblowern
Im Jahr 2014 trat mit dem Public Interest Disclosure Act 2013 ein Gesetz in Kraft gesetzt, das vorgeblich Whistleblower schßtzen soll. Tatsächlich jedoch wurden in den darauffolgenden 10 Jahren Whistleblower weiterhin strafrechtlich verfolgt, weil ihnen der Schutz verwehrt wurde. Zur Anwendung kam das Gesetz, das Whistleblower schßtzen soll, mit Stand 2023 nicht.cite-ref-170[170]cite-ref-171[171]cite-ref-172[172]cite-ref-173[173]cite-ref-174[174]
MedienĂźbersicht und Mediengeschichte
Siehe auch
:
Liste der Fernsehsender in Australien
Australiens Medien sind weltweit am stärksten monopolisiert und dabei mit den drei Familien Fairfax, Murdoch und Packer verbunden, die ßber die zweite Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts die australische Medienlandschaft beherrschten. Mit Stand 2021 dominieren die Medienunternehmen News Corporation und Nine Entertainment Company sowohl den Fernseh- als auch den Zeitungsmarkt des Landes.
Frank Packer stieg 1934 nach dem Tod seines Vaters Robert Clyde Packer in das Zeitungsgeschäft seiner Familie ein und grĂźndete im Jahr 1936 das Medienunternehmen Australian Consolidated Press (ACP),cite-ref-175[175] das er bis zu seinem Tode 1974 leitete. 1956 grĂźndete er den ersten Fernsehsender Australiens TCN-9 Sydneycite-ref-176[176] aus dem sich das Nine Network entwickelte, eine der grĂśĂten australischen Rundfunkgesellschaften. Franks Sohn Kerry Packer Ăźbernahm die Familiengeschäfte 1974. Unter ihm fusionierten ACP und Nine Network 1994 zu Publishing and Broadcasting (PBL), dem seinerzeit fĂźhrenden Medienkonzern des Landes. Die Leitung des Unternehmens ging 1998 an Kerrys Packers Sohn James Packer Ăźber, der seither neben dem Mediengeschäft zudem neue Märkte im Bereich GlĂźcksspiel erschloss. 2007 wurde PBL aufgespalten: James Packer konzentrierte sich auf das GlĂźcksspielsegment Crown Limited und die Packer-Familie zog sich aus dem Medienteil Consolidated Media Holdings (CMH) immer weiter zurĂźck. In der Folge wurde aus der Holding PBL Media am 2. Dezember 2010 die Nine Entertainment Company. Im Jahr 2012 wurde CMH vom Mitbewerber News Corporation Ăźbernommen.cite-ref-177[177]
Dem Medienunternehmer Keith Murdoch gehÜrten zum Zeitpunkt seines plÜtzlichen Todes im Jahr 1952 zwei Zeitungen und ein Radiosender im sßdaustralischen Adelaide, darunter die fßr das Medienunternehmen namensgebende Tageszeitung The News. Keiths Sohn Rupert Murdoch ßbernahm die Leitung des Unternehmens und baute es ab Ende der 1960er Jahre zum international tätigen Medienkonzern News Corporation aus. Erste internationale Zukäufe waren die beiden britischen Boulevardzeitungen News of the World und The Sun im Jahr 1969, vier Jahre später folgte mit der San Antonio News der Schritt in die Vereinigten Staaten von Amerika. Am 28. Juni 2013 wurde die News Corporation in 21st Century Fox umbenannt, zugleich wurden die gesamte Zeitungssparte in das neue Unternehmen News Corp. ausgegliedert. Zu News Corp. gehÜrt unter anderem mit The Australian eine auflagenstarke, landesweit erscheinende Zeitung.
Fairfax Media wurde 1841 als John Fairfax and Sons gegrĂźndet. Zu dieser Zeit hatte John Fairfax die Tageszeitung The Sydney Morning Herald erworben. Die Fairfax-Familie hielt die Kontrolle Ăźber das Medienunternehmen, das neben nationalen (wie The Australian Financial Review) und regionalen Zeitungen (wie The Age in Melbourne) mit hoher Auflage auch diverse Radiosender umfasste. Im Dezember 1990 brach das Unternehmen unter seiner Schuldenlast zusammen. Hauptaktionäre von Fairfax waren zu dieser Zeit der kanadische Medienunternehmer Conrad Black mit einem Anteil von 25 % sowie Kerry Packer, der Ăźber Publishing and Broadcasting mit 15 % beteiligt war. Blacks Versuch, mehrheitlicher Anteilseigner bei Fairfax zu werden, scheiterte am Widerstand der australischen Regierung. Er verkaufte seinen Anteil 1996 an Brierley Investments Limited (BIL) aus Neuseeland. In den Folgejahren Ăźbernahm Fairfax dort einige namhafte Zeitungen. Im Jahr 2018 verkĂźndeten die Nine Entertainment Company und Fairfax ihren Zusammenschluss zu Australiens grĂśĂtem Medienunternehmen.cite-ref-178[178]
Neben Nine Network agieren landesweit mit Seven Network (Sendestart 1963) und Network Ten (Sendestart 1964) zwei weitere kommerzielle TV-Netzwerke auf dem Fernsehmarkt. Als nationale Rundfunkanstalten betreiben die Australian Broadcasting Corporation (ABC, Sendestart Radio 1929, Fernsehen ab 1956) und Special Broadcasting Service (SBS, Sendestart 1980) je ein landesweit zu empfangendes Fernsehprogramm sowie mehrere Radioprogramme. Die Radioprogramme von SBS werden in 68 Sprachen ausgestrahlt, darunter auch auf Deutsch. Mit Community Entertainment Television (CETV) und Foxtel starteten 1995 zwei Pay-TV-Programmanbieter. CETV wurde später in Austar umbenannt und im Jahr 2012 von Foxtel ßbernommen. Foxtel gehÜrt seit 2018 zu 65 % zu News Corp., die restlichen 35 % hält das australische Telekommunikationsunternehmen Telstra.cite-ref-179[179]
Regulierung der Medien
Eine Mediengesetz-Novelle mit Ziel, eine Urheberrechtsabgabe fĂźr Presseerzeugnisse gegenĂźber Internetkonzernen wie Google oder Facebook durchzusetzen, eskalierte im Februar 2021. Trotz verbreiteter Kritik erklärte sich Google noch vor der Verabschiedung des Gesetzes bereit, der Nine Entertainment Company 30 Millionen Dollar pro Jahr fĂźr die Nutzung von Nachrichteninhalten zu zahlen.cite-ref-180[180] Facebook hingegen sperrte den Zugang zu australischen Nachrichtenseiten Ăźber seine Plattform fĂźr Nutzer in Australien.cite-ref-181[181] Als Begleitschaden wurden kurzfristig auch die Facebook-Auftritte des Wetterdienstes Bureau of Meteorology, GesundheitsbehĂśrden wie SA Health, ACT Health oder Queensland Health sowie Facebook-Angebote von australischen Rettungsdiensten und Feuerwehren blockiert.cite-ref-182[182] Australiens Finanzminister Josh Frydenberg vermeldete am 23. Februar 2021 nach erneuten Verhandlungen eine Einigung mit Facebook. Nach dem Wunsch der australischen Regierung soll das Regelwerk Tech-Firmen einen Anreiz bieten, Abkommen ohne staatliche Intervention direkt mit Medienanbietern zu schlieĂen.cite-ref-183[183]
Internetnutzung und Social Media Verbot fßr U-16-Jährige
Im Jahr 2022 nutzten 94,9 Prozent der Einwohner Australiens das Internet.cite-ref-184[184] Im Dezember 2025 wurde ein Social-Media-Verbot fßr unter 16-Jährige in Kraft gesetzt.cite-ref-185[185]
Sport
â
Hauptartikel
:
Sport in Australien
,
FuĂball in Australien
und
Rugby Union in Australien
Sport ist ein wichtiger Teil der australischen Kultur, gefĂśrdert durch ein Klima, das Outdoor-Aktivitäten begĂźnstigt. Laut der Volkszählung des Jahres 2001 sind 23,5 % der Ăźber vierzehnjährigen Australier regelmäĂig im organisierten Sport aktiv.cite-ref-186[186] Bekannte australische Sportler sind die Sprinterin Cathy Freeman und der Schwimmer Ian Thorpe.
Australien hat an sämtlichen modernen Olympischen Spielen und allen Commonwealth Games teilgenommen, gehÜrte 1912/14 zu den Vorreitern der Finanzierung von Spitzensport durch den Staat,cite-ref-187[187] war in den Jahren 1956 und 2000 Gastgeber der Olympischen Sommerspiele und bisher fßnfmal Gastgeber der Commonwealth Games (1938, 1962, 1982, 2006 und 2018). Auch Fernsehßbertragungen von Sportereignissen sind beliebt, die Olympischen Sommerspiele sowie Finalspiele lokaler und internationaler Football-Turniere erreichen hÜchste Einschaltquoten.
Special Olympics Australien wurde 2003 gegrĂźndet und nahm mehrmals an Special Olympics Weltspielen teil.
Zu den beliebten Mannschaftssportarten Australiens zählen zwei Varianten des Rugby: Rugby League sowie Rugby Union. Daneben ist Australian Football, in Australien vor allem unter den Namen Footy oder Aussie Rules, der Nationalsport. Australian Rules ist eine bedeutend nur in Australien verbreitete Sportart, die auf einem ovalen Feld gespielt wird. Internationale Erfahrungen kĂśnnen die Spieler nur im einmal jährlich stattfindenden International-Rules-Turnier sammeln. Dabei wird eine Mischung aus Australian Rules und Gaelic Football gespielt. Bei der Beurteilung, ob Rugby oder Football der beliebteste Sport ist, sind regionale Unterschiede auszumachen. So gilt die Gegend um Melbourne als Hochburg des Aussie Rules, während rund um Sydney eher Rugby der Nummer-eins-Sport ist. Die Wallabies, Australiens Rugby-Union-Nationalmannschaft, gewann bisher zweimal die Weltmeisterschaft (1991 und 1999). AuĂerdem war man zweimal Gastgeber dieses Turniers, 1987 zusammen mit Neuseeland und 2003 alleine. Die Weltmeisterschaft 2027 und die Frauen-Weltmeisterschaft 2029 sollen in Australien stattfinden.cite-ref-188[188] Die Wallaroos nehmen ebenfalls regelmäĂig an Frauen-Rugby-Union-Weltmeisterschaften teil und erreichten 2010 mit dem dritten Platz ihr bisher bestes Ergebnis. Die Kangaroos sind die mit Abstand erfolgreichste Mannschaft bei Rugby-League-Weltmeisterschaften.
National und international erfolgreich sind auĂerdem die Teams in Cricket und Netball. Die australische Cricket-Nationalmannschaft ist nach England die älteste Mannschaft mit Teststatus und beide Länder spielen um die älteste Trophäe im internationalen Cricket, The Ashes. Australien ist sechsmaliger Cricketweltmeister (1987, 1999, 2003, 2007, 2015 und 2023) und war zusammen mit dem Nachbarn Neuseeland zweimal Gastgeber dieses Turniers (1992 und 2015). Australien gewann auch die Champions Trophy zweimal: 2006 und ICC Champions Trophy 2009. Beim T20 World Cup 2021 in Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten gewann Australien seinen ersten Weltmeisterschaftstitel in diesem Format, nachdem man Neuseeland mit acht Wickets bezwang.cite-ref-189[189] Australien war Gastgeber des T20 World Cup 2022, den England gewann, und wird zusammen mit Neuseeland den T20 World Cup 2028 anbieten.cite-ref-190[190] Nachdem Australien das Finale der World Test Championship 2021â2023 gegen Indien mit 209 Runs gewonnen hatte, wurden die Australier das erste Team, das jeden ICC-Titel mindestens einmal gewinnen konnte.cite-ref-191[191] Noch deutlicher ist Australiens Dominanz im Frauen-Cricket: Die australische Frauen-Cricket-Nationalmannschaft gewann sieben Titel bei Womenâs Cricket World Cups (1978, 1982, 1988, 1997, 2005, 2013 und 2022) und entschied auch sechs Womenâs T20 World Cups fĂźr sich (2010, 2012, 2014, 2018, 2020 und 2023), beides bei Weitem mehr als jede andere Mannschaft. Man war auch Gastgeber der Womenâs Cricket World Cups der Jahre 1988 und 2009 sowie des Womenâs T20 World Cup 2020.
Aber auch im Rad- und Schwimmsport werden herausragende Leistungen erbracht. 2011 gewann mit Cadel Evans erstmals ein Australier die Tour de France, das bedeutendste Radrennen der Welt. Seit 1905 findet eines der vier Tennis-Grand-Slam-Turniere in Australien statt: die Australian Open in Melbourne. Das Land hat mehrere Topspieler hervorgebracht, zu den erfolgreichsten gehĂśren Roy Emerson und Rod Laver.
Die Formel 1 gastiert regelmäĂig in Australien. Der GroĂe Preis von Australien wurde seit 1985 in Adelaide gefahren und findet seit 1996 jährlich in Melbourne statt. Mit Jack Brabham kam ein dreifacher Weltmeister der Formel 1 aus dem Land. Daniel Ricciardo ist seit 2011 in der Formel 1 aktiv, Mark Webber war es von 2002 bis 2013. AuĂerdem fährt seit 2023 mit Oscar Piastri ein weiterer australischer Grand-Prix-Sieger in der Formel 1. Insgesamt kommt das Land auf 14 Formel-1-Rennfahrer.
Im ebenfalls beliebten Motorradrennsport brachte das Land Weltmeister wie Casey Stoner, Wayne Gardner, Mick Doohan, Troy Bayliss oder Troy Corser hervor. Zu den WM-Läufen der Motorrad-Weltmeisterschaft und der Superbikes strÜmen jährlich viele Zuschauer zur Strecke von Phillip Island.
In den Winterschneegebieten der Australischen Alpen und auf Tasmanien ist Wintersport mÜglich, in vielen Städten wurden auch Eishockey-Stadien gebaut.
In den letzten Jahren gewinnt der FuĂball in Australien nicht nur durch die Leistungen der Nationalmannschaft an Begeisterung. Die A-League ist die hĂśchste Spielklasse im australischen VereinsfuĂball. 2015 war das Land Gastgeber der FuĂball-Asienmeisterschaft und konnte erstmals den Titel holen. Zuvor war Australien viermal Ozeanienmeister und nahm an sechs Weltmeisterschaften teil. Australien war gemeinsam mit Neuseeland Gastgeber der Frauen-Weltmeisterschaft 2023. Im Basketball zählt insbesondere die Nationalmannschaft der Damen zur Weltspitze.
Siehe auch
Literatur
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⢠Bettina Biedermann, Heribert Dieter (Hrsg.): Länderbericht Australien (= Schriftenreihe. Band 1175). Bundeszentrale fßr politische Bildung, Bonn 2012, ISBN 978-3-8389-0175-6.
⢠Ian Crawshaw: Australia walkabout. Reisefßhrer fßr das Australien der Aborigines und Torres Strait Islander. Herausgegeben von Sabine Muschter. Intuitiv media, Kiel 2009, ISBN 978-3-00-029490-7.
⢠Albrecht Hagemann: Kleine Geschichte Australiens (= Beckâsche Reihe. Band 1594). Verlag C. H. Beck oHG, MĂźnchen 2004, ISBN 978-3-406-51101-1.
⢠Robert Hughes: Australien. Die Besiedelung des fßnften Kontinents (= Knaur. Band 4866). Aus dem Amerikanischen von Karl A. Klewer. 3. Auflage. Verlagsgruppe Droemer Knaur GmbH & Co. KG, Mßnchen 1995, ISBN 978-3-426-04866-5.
⢠Stuart Macintyre: A concise history of Australia (= Cambridge Concise Histories). 3. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 2009, ISBN 978-0-521-51608-2.
⢠Hermann Mßckler: Australien, Ozeanien, Neuseeland. (Neue Fischer Weltgeschichte, Bd. 15), S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2020, ISBN 978-3-10-010845-6.
Filme
⢠Australien-Saga (1/2) Auf den Spuren der Entdecker. Dokumentation. Terra X, abgerufen am 14. Februar 2022 (ZDF 2016. Ein Film von Gero von Boehm. Unter Mitwirkung von Christopher Clark).
⢠Australien-Saga (2/2) Das letzte Paradies / Von Menschen und Meer. Dokumentation. Terra X, abgerufen am 14. Februar 2022 (ZDF 2016. Ein Film von Gero von Boehm. Unter Mitwirkung von Christopher Clark).
Weblinks
⢠Atlas: Australien â geographische und historische Karten bei Wikimedia Commons
⢠CIA World Factbook: Australien (englisch)
⢠Literatur von und ßber Australien im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Linkkatalog zum Thema Australien bei curlie.org (ehemals DMOZ)
⢠Offizielle Website der australischen Regierung (englisch)
⢠Länderinformationen des Auswärtigen Amtes zu Australien
⢠Länderprofil des Statistischen Bundesamtes
⢠Datenbank inhaltlich erschlossener Literatur zur gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Situation in Australien
⢠Museum of Australian Democracy at Old Parliament House, Unterseite: Democracy. Museum of Australian Democracy at Old Parliament House in Verbindung mit den National Archives of Australia, 2011, abgerufen am 12. Januar 2017 (Präsentiert 110 Schlßsseldokumente, die die Grundlage der australischen Nation bilden; englisch).
Einzelnachweise
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-25135coordinatesKoordinaten: 25° S, 135° O